Sonntag, Januar 22, 2006

Unsere Liebe Frau auf dem Wesemlin, Kapuzinerkloster in Luzern

Wallfahrtsgeschichte

In alten Tagen stand auf dem Wesemlin, genau an der Stelle, wo heute der Hochaltar der Kapuzinerkirche steht, eine kleine Muttergotteskapelle. Ihre Zier war eine altehrwürdige Statue Unserer Lieben Frau mit dem Jesuskind. Vor der Reformation stand dieses Bild in hoher Verehrung beim Volke. In den stürmischen Tagen der religiösen Revolution wurde die Kapelle von ruchloser Hand zerstört, denn auch in der Stadt Luzern waren viele Anhänger der neuen Lehre. Die Mutter Gottes wachte aber über ihre Stadt.
Der Pfingstsonntag des Jahres 1531 ging zur Neige. Tiefer Abendfriede breitete sich über die Matten auf dem Wesemlin. Da zeigte sich plötzlich ein herrliches Leuchten über der zerstörten Kapelle. Moritz von Mettenwyl, Ratsherr und Stadtschreiber von Luzern, der eben in der Nähe war, sah plötzlich die jungfräuliche Gottesmutter, von einem Strahlenglanze umgeben, das Kind auf den Armen. Alles Erdenweh vergessend, kniete er nieder und faltete die Hände zum Gebete. Die Nachricht von dieser Erscheinung verbreitete sich wie ein Lauffeuer durch die Stadt. Am folgenden Abend warteten eine grosse Anzahl Leute auf die Wiederholung der Erscheinung, deren überirdischen Glanz viele am Himmel gesehen hatten. Und, o Wunder, wieder erschien die Hochgebenedeite mit dem göttlichen Kinde auf dem rechten Arm, zu Füssen den Mond; zwei Engel schwebten hernieder und setzten ihr eine goldene Krone aufs Haupt. Diese Erscheinung hatte während einer ganzen Viertelstunde Augen und Herz der frommen Beter in seligem Banne gehalten.
An der Stelle dieser wunderbaren Erscheinung, die durch viele glaubwürdige Zeugen als geschichtliche Tatsache verbürgt ist, wurde im Jahre 1556 eine neue Kapelle gebaut. Als die Kapuziner nach Luzern kamen, wählten sie diesen Ort zu ihrem ständigen Aufenthalte. Im Jahre 1584 liess Junker Kaspar Pfyffer die Kapelle zur Klosterkirche umbauen, wobei der Hochaltar mit dem Gnadenbilde die Stelle des früheren Altares beibehielt. Seitdem wallfahren jederzeit andächtige Marienverehrer von nah und fern auf das Wesemlin, um dort bei Unserer Lieben Frau Hilfe und Trost in den verschiedensten Anliegen zu suchen und zu finden.

Wallfahrtsgebet

Allerreinste Jungfrau und glorwürdigste Mutter Gottes Maria! Ich, dein bedürftiges Pflegekind, verehre, lobe und preise dich in dem Throne der Gnaden und der Herrlichkeit des Himmels, und in diesem heiligen Bildnis auf Erden; ich rufe dich an mit demütiger Bitte und festem Zutrauen, erlange mir von deinem göttlichen Kinde Verzeihung meiner Sünden und der verdienten Strafen, Hilfe in aller Not, sowie Stärke wider die bösen Anfechtungen, kräftige Gnade zur Tugend und Beharrlichkeit im Guten bis an das Ende. Durch Jesus Christus, deinen göttlichen Sohn, der dich allhier glorreich gemacht hat. Amen.
Unsere Liebe Frau von den Engeln, bitte für uns! -- Drei "Ave Maria".

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