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Freitag, Mai 14, 2010

Pfingstnovene

Die nachstehende Novene zu GOTT dem HEILIGEN GEIST verrichte man täglich an 9 Tagen, beginnend am Tag nach dem Hochfest Christi Himmelfahrt:

Komm, Heiliger Geist, Du Vater der Armen, Du Spender der Gnaden, Du Licht der Herzen, Du bester Tröster, Du lieber Gast der Seele, Du sanfte Ruhe!


Innig bete ich zu Dir: Reinige, erfrische und heilige meine Seele. Verleihe mir Deine Gnade, reiche Tugend, ein frommes Leben, ein heiliges Sterben und die ewige Freude des Himmels.


Voll Vertrauen bitte ich Dich inständig: Schenke mir immer mehr Dein Licht und entzünde mich mit Deiner Liebe.


Gott Heiliger Geist, den ich so oft betrübt und zurückgewiesen habe, offenbare mir Deine Persönlichkeit, Deine Gegenwart, Deine Macht. Schenke mir die Gabe der Weisheit und des Verstandes, des Rates und der Stärke, der Wissenschaft, der Frömmigkeit und der Furcht Gottes.


Gieße aus Deine Liebe in mein Herz. Gib mir einen Strahl Deines heiligen Lichtes, einen Funken Deines heiligen Feuers. Lasse mich ganz in Deiner göttlichen Liebe versinken, damit in mir alle Makel der Sünde ausgelöscht werden. Ziere mich mit Deinen 12 Früchten und lasse mich in Dir leben und sterben und ewig glücklich werden. Amen.


Bitte um die sieben Gaben des Heiligen Geistes:

Komm, o Geist der Weisheit!
Unterrichte mein Herz, damit ich lerne, die himmlischen Güter zu schätzen und zu lieben und sie allen irdischen Gütern vorzuziehen. Hilf mir, immer bereit zu sein, eher alle Ehren, Reichtümer und Freuden dieser Welt hinzugeben, als Deine Gnade und das ewige Heil zu verlieren.
Vater unser... Gegrüßet seist du, Maria... Ehre sei...

Komm, o Geist des Verstandes!
Erleuchte meine Seele, damit ich alle Geheimnisse des Heils und deine Offenbarungen recht erfasse und mit gläubigem Herzen annehme. Würdige mich, dereinst in Deinem Lichte Gott zu schauen. Lasse mich im Himmel Dich mit dem Vater und dem Sohn, von denen Du ausgehst, vollkommen erkennen.
Vater unser... Gegrüßet seist du, Maria... Ehre sei...


Komm, o Geist des Rates!
Stehe mir in allen Nöten, Anliegen und Zweifeln bei. Lasse mich stets das Richtige erkennen und wählen. Schenke mir die Gnade, Deinen Eingebungen treu zu folgen, die Gebote genau zu beobachten und das ewige Leben zu erben.
Vater unser... Gegrüßet seist du, Maria... Ehre sei...


Komm, o Geist der Stärke!
Gib meinem Herzen Kraft und Standhaftigkeit. Stärke es in aller Verzagtheit und Not. Verleihe mir Kraft wider die Nachstellungen meiner Feinde, damit ich in keiner Versuchung unterliege. Lasse mich nie von Dir, o Gott, getrennt werden.
Vater unser... Gegrüßet seist du Maria... Ehre sei...


Komm, o Geist der Wissenschaft!
Lasse mich klar erkennen, wie ich Dir am besten dienen, Deinen Ruhm und Deine Ehre fördern und mein Heil finden kann. Leite meine Wissbegierde, damit ich nichts zu wissen und zu kennen wünsche, das mir schädlich oder unnütz ist.
Vater unser... Gegrüßet seist du, Maria... Ehre sei...


Komm, o Geist der Frömmigkeit!
Flöße meinem Herzen wahre Gottseligkeit und heilige Liebe zum Herrn ein. Entzünde in mir Eifer für die Ehre des Allerhöchsten und lasse mich ganz Deinem heiligen Dienste geweiht sein. Möge durch deine Gnade mein Leben ein immerwährendes Lob- und Dankgebet vor dem Herrn werden.
Vater unser... Gegrüßet seist du, Maria... Ehre sei...
  
Komm, o Geist der Gottesfurcht!
Durchdringe mein ganzes Wesen mit heiliger Furcht, damit ich Gott allzeit vor Augen habe und sorgfältig alles meide was Deiner Majestät missfallen könnte.
Vater unser... Gegrüßet seist du, Maria... Ehre sei...


O Heiliger Geist, süßer Gast meiner Seele, bleibe bei mir und mache, dass ich immer bei Dir bleibe! Amen.

Montag, Mai 05, 2008

Heiliger Geist, o komm herab! - Veni Sancte Spiritus!

Heiliger Geist, o komm herab!
Besser'n Tröster ich keinen hab'.
Wahr' mir Tugend, Gnad' und Licht,
Hol' mich heim, wenn's Auge bricht.

PfingstenBetrachte oft dieses herrliche Bild voll Dank und Freude und voll Verlangen, dass der Heilige Geist deine Seele recht schön gestalte, und verrichte häufig folgende Gebete:

Heiliger Geist, lass mich allzeit ein Kind Gottes sein und schalte mit mir und in mir wie mit Deinem Eigentum. Ziehe mich groß in Deiner Furcht und Liebe. Tilge aus in mir die Weltliebe, den Hochmut und die Sinnenlust und flöße mir ein Liebe zur Armut, Demut und Entsagung. Ermutige mich im Kampfe, labe mich mit Deinem Troste, hilf mir alle Aufgaben erfüllen, die Du mir anweisest. Mein Schöpfer und Vater, vollende Dein Werk; ziere meine Seele, wie Du sie haben willst; Dir empfehle ich sie beim letzten Atemzuge, nimm sie auf zu Deiner beseligenden Anschauung. Dein bin ich, darum rette mich. Amen.
P. Meinrad Bader, O. Cist.

Ablassgebet für die heilige Kirche

O Schöpfer, Heiliger Geist, stehe doch der ganzen katholischen Kirche gnädig bei, stärke und kräftige sie durch Deine himmlische Macht gegen die Angriffe ihrer Feinde; erneuere auch durch Deine Liebe und Gnade den Geist Deiner Diener, die Du gesalbt hast, damit sie in Dir den Vater und seinen eingebornen Sohn Jesus Christus, unseren Herrn, verherrlichen. Amen.
(Ablass: 300 Tage, einmal täglich. - Leo XIII., 26. August 1889.)

Verlag der Heilig-Geist-Bruderschaft

Sonntag, Mai 04, 2008

Der Heilige Geist und das heiligste Herz Jesu

"Der Geist des Herrn ist über mir; darum hat er mich gesalbt und gesandt, den Armen die Frohbotschaft zu verkünden." (Lukas 4, 18)

PfingstenP. Arnold Janssen, Stifter des Steyler Missionswerkes, schreibt: "Die Verbindung des göttlichen Heilandes mit der Person des Heiligen Geistes ist nicht gewaltsam, sie wird vielmehr an vielen Stellen der Heiligen Schrift gelehrt und bietet eine der schönsten Seiten unserer heiligen Religion. Jesus ist gebildet vom Heiligen Geiste, gesalbt und erfüllt vom Heiligen Geiste, wirkte seine Wunder, litt und starb in der Kraft des Heiligen Geistes und ist durch ihn zur Gnadenquelle geworden, die Segen spendet den Menschenkindern ohne Unterlass. Das Herz Jesu war schon in seinem Erdenleben wie ein Glutofen, voll des Liebesfeuers und der Gnade des Heiligen Geistes. Im Himmel, zur Rechten des Vaters, spendet Jesus aus demselben Herzen alle Gnaden des Heiligen Geistes. Von dorther ergoss sich am Pfingstfest der erste starke Feuerstrom auf diese Erde. Er hat nicht nachgelassen, sich zu ergießen, solange die Kirche besteht und das heilige Messopfer in ihr dargebracht wird. So ist Tatsache geworden, was der hl. Johanns schreibt: 'Von seiner Fülle haben wir alle empfangen.' - O göttliches Herz Jesu, Du süßer Gnadenquell des Heiligen Geistes, schenke auch uns von dieser Deiner Fülle und lehre uns, mit Dir auch jenen zu lieben, der Dich so unermesslich bereichert hat."

Gebet zum Heiligen Geiste

O Heiliger Geist, der Du die Liebe selber bist und aus Liebe das göttliche Herz Jesu formtest und es mit Deinen sieben Gaben vollkommen erfülltest: gieße aus diesem göttlichen Herzen in unser Herz Deine sieben Gaben, auf dass wir in ihm und mit ihm Dich und das menschgewordene Wort ehren, loben und lieben und mit Dir und Jesu Herz vereint, den Vater um so kindlicher lieben und ehren in der Zeit, auf dass wir gewürdigt werden, seine liebenden Kinder auch zu verbleiben in der Ewigkeit. Amen.
O Heiliger Geist, ich danke Dir für die Liebe zu den Menschen, mit der Du das göttliche Herz Jesu erfüllt hat. Ich möchte des Herz Jesu ebenso lieben und Dich in derselben Liebe, in der Du es formtest.
O Heiliger Geist, gib mir die Gnade, in diesem heiligsten Herzen zu leben, zu wirken und zu sterben, und ich will Dich in diesem Herzen ewig lieben und loben als den Vater der Liebe und Heiligkeit. Amen.

P. Arnold Janssen, der Stifter des Steyler Missionswerkes, war ein ebenso großer Verehrer des heiligsten Herzens Jesu wie auch des Heiligen Geistes. Besonders liebte er die Verbindung von beiden. Anschließend an die entsprechenden Texte der Heiligen Schrift vom Schweben derGeisttaube über dem getauften Heiland und seinem Selbstzeugnis "Der Geist des Herrn ist über mir" schuf sich P. Arnold Janssen sein Heildandsbild, sein Christusbild, sein Herz-Jesu-Bild: Der Heilige Geist schwebt über dem Heiland mit seinem geöffneten Herzen. Dies sein Lieblingsbild ließ er nach seinen eigenen Angaben gestalten. Er wählte es als charakteristische Darstellung auf der amtlichen Medaille seiner Ordensstiftungen. Er ließ es in Ausführungen aus verschiedenstem Material und Ausmaß herstellen und war eifrig darauf bedacht, dass es überall angebracht würde. Er sorgte auch dafür, dass es durch seine Druckerei in die weiteste Öffentlichkeit verbreitet wurde.

Imprimatur - Steyl, die 10 m. Julii 1958. P. P. Erdmann, a.h.d. - Steyler Verlagsbuchhandlung Kaldenkirchen, Rhld.

Montag, Juni 25, 2007

Die Apostolin des Heiligen Geistes - die selige Mutter Helena Guerra

"Wenden wir uns an den Heiligen Geist! Wenn wir uns an Ihn wenden, wird Er sich zu uns wenden und das Antlitz der Erde erneuern." (M. Helena Guerra)

Mutter Helena Guerra, Gründerin der Oblatenschwestern vom Heiligen Geiste in Lucca, Italien, war geboren zu Lucca im Jahre 1835 und starb 1914 im Rufe der Heiligkeit. Als Kind angesehener Eltern erhielt das hochbegabte Mädchen eine gründliche Ausbildung. Durch ihre tiefe Frömmigkeit und große Liebenswürdigkeit zog sie schon früh viele ihrer Altersgenossinnen zu Gott. Später gründete sie das Institut der hl. Zita. Um die Andacht zum Heiligen Geist überall auszubreiten, verfaßte sie eine große Anzahl Schriften über den Heiligen Geist, wovon sie viele an Bischöfe sandte. Nicht genug, sie bat auch den großen Papst Leo XIII. fußfällig, daß er die ganze Kirche zu größerer Verehrung des Heiligen Geistes auffordere, damit Er das Angesicht der Erde erneuere. Dieser dringenden Bitte entsprach der Papst durch drei große Rundschreiben, besonders jenes von 9. Mai 1897.

Ihre Seligsprechung ist erfolgt am 26. April 1959 durch Papst Johannes XIII. als seine erste vorgenommene Beatifikation; er nannte sie "Apostel des Heiligen Geistes" und "Missionarin der Verehrung des Heiligen Geistes in der heutigen Zeit".

Morgen- und Abendgebet zum Heiligen Geist - der Mutter Helena Guerra

Ich sehne mich nach Dir schon in der Morgenfrühe!
Anbetungswürdiger Geist Gottes! Geist, der Leben und Gnade spendet! Zu Anfang der Schöpfung hast Du den neuen Gebilden das Siegel jener Vollkommenheit aufgedrückt, die ihnen zukam. Schwebe jetzt über mir, wie Du damals über den Wassern schwebtest und ergieße in diese Seele die Reichtümer der Gnade und Deiner Gaben! Füge besonders die Stärke und Ausdauer hinzu, damit ich Deiner übernatürlichen Hilfe entspreche und unablässig auf dem Wege voranschreite, der zum Himmel führt. Inständig bitte ich Dich ferner, Heiliger Geist, ewige Liebe, besuche das Herz all Deiner Gläubigen und erfülle es mit übernatürlicher Gnade! Suche heim das Herz der lauen und nachlässigen Christen und entzünde darin immer wieder das Feuer der himmlischen Liebe! Kehre ein ins Herz der Sünder und entreiße es dem unheilvollen Todesschlafe! Besuche auch die Länder der Ungläubigen und segne sie aufs neue! Sende sodann in jenes übergroße Erntefeld zahlreiche Arbeiter, damit sie dort die wertvollen Früchte der Erlösung einbringen. Sei auch mit mir, Heiliger Geist! Vom Beginn dieses Tages an segne mich, leite meine Gedanken, nimm Besitz von meinen Gefühlen, lenke meinen Willen, zügle meine Sinne, besonders die Zunge, und verleihe mir die Gnade, daß ich die Abend-, ja die Todesstunde erreiche, ohne Dich betrübt zu haben. Amen.

Bevor des Tages Licht verglüht
Wie die Turteltaube am Abend in ihr Nest zurück kehrt, so wendet sich jetzt meine Seele zu Dir, göttlicher Geist. Sie flüchtet unter den Schatten Deiner Flügel, um sich stets inniger mit Dir, Gott der Liebe, zu vereinigen. Sie möchte sich auch in besonderer Weise Deines mächtigen Schutzes erfreuen, zumal in diesen nächtlichen Stunden, wenn das höllische Ungetüm aufbrüllt und als Beute die Seelen sucht, die es verschlingen möchte. Unendliche Güte, bewahre mich, bewahre alle vor dem giftigen Biß dieses dräuenden Feindes! Damit er keinen Angriff auf uns zu unternehmen wage, verleihe uns vollkommene Reue über unsere Sünden, wende uns die Verdienste des Blutes Jesu zu und vergib uns jegliche Schuld. Während das Dunkel der Nacht die Erde bedeckt, laß, Herr, über uns Dein göttliches Licht leuchten und hab Erbarmen mit uns! Komm, Geist des Verstandes und der Wissenschaft, und beglücke mit neuen Erleuchtungen den Verstand jener, die im Gebete und im Studium Deines Wortes wachen! Komm, Geist des Rates, und bewirke, daß im Schweigen dieser Nacht all die Bedauernswerten die Augen der Wahrheit zuwenden, die sich vom Weltgeiste täuschen ließen oder in das Netz des Irrtums gerieten! Komm, Geist der Kraft, und hilf uns alle Hemmnisse überwinden, die uns an der Heiligung der Seele hindern! Komm, Geist heiliger Furcht, und mache, daß nur eines uns wahrhaft erschrecke: die Sünde! Komm, Geist der Weisheit und der Frömmigkeit, und gib, daß alle Gläubigen die Augen im Schlafe schließen mit frommen Gedanken im Geiste und im Aufschwunge heiliger Liebe im Herzen! So möge einst unser Leben auf Erden abschließen, wenn Du, ewige Liebe, uns abberufen wirst zu einem besseren Leben bei Dir im Himmel. Amen.

Mit kirchlicher Genehmigung. - Zu beziehen von Fr. Treitner, Wölfnitz, P. Griffen, Kärnten.

Montag, Mai 28, 2007

Pfarrer Hiebers Weihegebet zum Heiligen Geist

Gott Heiliger Geist! Alles, was ich bin und besitze, habe ich von Dir erhalten. Es ist Dein Geschenk. In dankbarer Liebe stelle ich Dir alles wieder zurück und weihe mich Dir mit Freude ohne Vorbehalt für immer.
Verfüge über all das Meinige wie über Dein vollständiges Eigentum ganz nach Deinem Wohlgefallen. Soweit ich selbst davon Gebrauch mache, soll es zu Deiner Ehre sein.
Auch gelobe ich, Dir immer mehr meine Aufmerksamkeit und Liebe zuzuwenden und Deine Verehrung auch bei meinen Mitmenschen zu fördern.
Liebevollster Tröster! Nimm dieses Geschenk und segne mich! Gib mir Deine Liebe und Deine Gnade, Deinen Trost und Deine Hilfe und laß mich Dein Tempel sein!
O schöner, lieber Heiliger Geist, süße Frucht im Herzen der Gottheit und im Innern meines Herzens! Lebe und wirke Du in mir durch Jesus und Maria!
Hilf mir, daß ich immer mehr mit den Gesinnungen des Herzens Jesu so durchdrungen werde, daß ich mit dem heiligen Paulus sprechen kann: "Ich lebe, doch nicht ich, sondern es lebt in mir Jesus Christus!"
Komm, Heiliger Geist, erfülle die Herzen Deiner Gläubigen und entzünde in ihnen das Feuer Deiner Liebe! Gib den Völkern die Klarheit Deines Lichtes, damit sie Dir wohlgefallen in der Einheit des Glaubens. Amen!

Aus: "Echo vom Grab des Segenspfarrers Augustinus Hieber, 1886 - 1968", Miriam-Verlag, Jestetten, ISBN 3-87499-122-6, 1980.

Donnerstag, Mai 24, 2007

Gebet zum Heiligen Geist für die Einheit des Glaubens

Heiliger Geist, Geist der Wahrheit, kehre ein in unsere Herzen, gib den Völkern Deines Lichtes Klarheit, auf daß sie Dir wohlgefallen in der Einheit des Glaubens.

Ablaß von 100 Tagen einmal täglich. Papst Leo XIII. durch Rescript der Ablaßkongregation vom 31. Juli 1897.

Gebet zum Heiligen Geist für die Kirche und für die Priester

O Schöpfer, Heiliger Geist, stehe doch der katholischen Kirche gnädig bei, stärke und kräftige sie durch Deine himmlische Macht gegen die Angriffe ihrer Feinde; erneuere auch durch Deine Liebe und Gnade den Geist Deiner Diener, die Du gesalbt hast, damit sie in Dir den Vater und seinen eingeborenen Sohn Jesus Christus, unsern Herrn, verherrlichen! Amen.

S.H. Papst Leo XIII. verlieh durch Rescript der Ablaßkongregation vom 26. August 1889 allen Gläubigen, die dieses Gebet verrichten, einmal täglich einen Ablaß von 300 Tagen. (Raccolta).

Gebet um die zwölf Früchte des Heiligen Geistes

Heiliger Geist, ewige Liebe des Vaters und des Sohnes, schenke mir die Frucht der Liebe, die mich mit Dir vereinigt; die Frucht der Freude, die mich mit heiligem Troste erfüllt; die Frucht des Friedens, der die Ruhe meiner Seele in mir festigt; die Frucht der Geduld, die mir den Mut gibt, alles in Demut zu ertragen, was meinen Neigungen nicht gefällt. Verleihe mir die Frucht der Barmherzigkeit, die mich antreibt, dem Nächsten zu Hilfe zu kommen; die Frucht der Langmut, damit ich mich nicht durch Schwierigkeiten und Hindernisse vom Guten zurückhalten lasse; die Frucht der Güte, damit ich allen gerne wohltue; die Frucht der Sanftmut, damit ich jede Aufwallung des Zornes, jede Empfindlichkeit im Umgange mit dem Nächsten unterdrücke. Gib mir die Frucht der Treue, die mich antreibt, alle meine Pflichten gewissenhaft zu erfüllen; die Frucht der Mäßigkeit, der Enthaltsamkeit und Reinheit, die meinen Leib rein bewahren in diesem Leben und mich würdig machen, einmal meinen Gott zu schauen im Reiche der Herrlichkeit! Amen.

Herausgegeben von P. Martin Stoks, C.Ss.R., mit Genehmigung der geistl. Obrigkeit. Kevelaer 1929

Gebet um die sieben Gaben des Heiligen Geistes von Kardinal Manning

Dieses Gebet ist von Kardinal Manning verfaßt, der es 30 Jahre lang jeden Tag betete.

O Gott, Heiliger Geist, dem ich von den Tagen meiner ersten Jugend bis auf den heutigen Tag soviel Betrübnis und Widerstand bereitet habe, erfülle mich mit Ehrfurcht vor Deiner Person, Deinem Wesen, Deiner Gegenwart, Deiner Macht! Laß mich Deine siebenfache Gabe erkennen: die Gabe der Weisheit und des Verstandes, des Rates und der Stärke, der Wissenschaft und der Frömmigkeit und der Furcht des Herrn. Du bist die Liebe zwischen Vater und Sohn, Du taufest mit Feuer und gießest die Liebe Gottes in die Herzen aus, o senke Deine Liebe auch in mein Herz! Nur um eines habe ich Gott gebeten; nicht um Reichtum, Wohlfahrt, Macht, irdisches Glück und irdische Güter, sondern nur um einen Funken Deines heiligen Feuers, damit ich ganz und gar vom Feuer Deiner göttlichen Liebe durchglühlt werde. Laß dieses heilige Feuer mich reinigen von allen Makeln an Leib und Seele! Erfülle mich mit Deiner siebenfachen Gabe; nimm mich als ein Dir wohlgefälliges Opfer an! Entzünde mich mit Eifer, gib mir lebendigen Reueschmerz, damit ich als eifriger Büßer leben und sterben möge! Amen.

Herausgegeben von P. Martin Stoks, C.Ss.R., mit Genehmigung der geistl. Obrigkeit. Kevelaer 1929

Dienstag, Mai 22, 2007

Novene zu Ehren des Heiligen Geistes vom hl. Kirchenlehrer Alfons von Liguori - NACHWORT


Diese neuntägige Übung von Erwägungen und Gebeten eignet sich nicht bloß für die neun Tage, die dem hochheiligen Pfingstfest vorangehen, sondern kann auch zu jeder andern beliebigen Zeit gehalten werden.
Z.B.: 1. um mit besonderem Eifer sich das hohe Geschenk der göttlichen Liebe zu erflehen;
2. um sich selbst oder seinen lieben Eltern, Verwandten, Freunden, Lehrern, Obern und Seelsorgern die besondere Erleuchtung und die sieben Gaben des Hl. Geistes zu erbitten;
3. um eine vollkommene Losschälung von allem Irdischen zu erlangen.
Alle Menschen sind ja dazu berufen, sich aufs innigste mit Gott dem Herrn durch die Gnade und die Liebe zu vereinigen. Gottes unbegreifliche Barmherzigkeit ruft und drängt uns dazu. Daß aber trotzdem so wenige dieses Ziel erreichen, liegt daran, daß die meisten zwei Dinge vereinigen wollen, die unvereinbar sind: die Liebe zu Gott und die ungeregelte Liebe zu den Geschöpfen und zu sich selbst.
Darum erweist der hl. Alfonsus sich als einen so ausgezeichneten Seelenführer, weil er die frommen Seelen immer wieder auffordert und anspornt, Gott zu lieben und ihr Herz mit Großmut von den Geschöpfen und von sich selbst loszuschälen, und sie ermuntert, beständig um diese Gnade zu beten. Seine Aszese könnte darum mit Recht kurz und bündig genannt werden die Lehre von der entsagenden Liebe. Gerade diese Lehre hat er nun in seiner Novene zu Ehren des Hl. Geistes in besonderer Weise betont.
4. eine Novene zum Hl. Geiste ist ferner denen besonders zu empfehlen, die in der Berufswahl stehen und über diese Wahl noch nicht im klaren sind. An wen könnten wir uns in dieser wichtigen Angelegenheit wohl besser wenden, als an den Geist der Weisheit, de Frömmigkeit und des Rates?
5. Und wenn die Berufswahl getroffen ist, so ist diese Novene ein sehr geeignetes Mittel, um sich auf wichtigere Lebensereignisse vorzubereiten, bei denen das Licht und die Kraft des Hl. Geistes besonders vonnöten sind. Das ist z.B. der Fall bei Seminaristen, die sich auf den Empfang der heiligen Weihen vorbereiten, sowohl der niederen als auch der höheren, des Subdiaconats, Diaconats und der Priesterweihe.
Auch Ordensleute können mit großem Segen diese Novene halten, um sich vorzubereiten auf die für ihr ganzes Leben so einflußreichen Tage der Einkleidung, der Ordensprofeß und der alljährlich wiederkehrenden feierlichen Erneuerung der heiligen Gelübde.
6. Ist diese Pfingstnovene nicht ferner eine sehr passende Gebetsübung für das Wohl unserer Priester? Die kleine hl. Theresia mahnte so eindringlich, doch viel für die Priester zu beten. "O meine Celine", so schrieb sie ihrer Schwester, laßt uns leben für die Seelen, laßt uns Apostel sein... laßt uns vor allem die Seelen der Priester heiligen... beten und leiden wir für sie! O Celine, möchtest du doch den Notschrei meines Herzens verstehen! "Zeigen wir Verständnis für diesen Notschrei und beten wir viel und eifrig für die Priester, die besonderen Freunde des göttlichen Herzens, damit sie in ihrem persönlichen Leben und in ihrem apostolischen Wirken mehr und mehr beseelt werden von dem wahren fürstlichen Geiste, spiritu principali, dem Geiste Jesu Christi, dem Hl. Geiste.
7. Die Novene zu Ehren des Hl. Geistes ist endlich eine vorzügliche Gebetsübung für die Ausbreitung der hl. Kirche, des Gottesreiches hier auf Erden, für das große Missionswerk unter den Heiden und für das Apostolat unter unsern irrenden Brüdern.
Die Mitglieder der Gebetsvereinigung "ut omnes unum" (gegründet 1878 von Julie von Massow) verrichten täglich das Gebet. "Komm Hl. Geist, erfülle die Herzen Deiner Gläubigen und entzünde in ihnen das Feuer Deiner göttlichen Liebe, auf daß alle eins werden", und fügen dann das Vater unser, die katholischen Mitglieder auch das Gegrüßt seist du Maria hinzu.
Besonders wäre diese Novene sehr geeignet, um von Gott die Wiedervereinigung der getrennten orientalischen Kirchen zu erflehen, bildete doch gerade in dieser Kirche das Lehrstück vom Ausgehen des Hl. Geistes aus Vater und Sohn (filioque) den Gegenstand heftigen und Jahrhunderte lang dauernden Streites.
Doch wir wollen den Hl. Geist nicht bloß um Gnaden bitten, wir wollen ihm auch danken für die vielen kostbaren Gnadenerweise, die er uns bereits hat zuteil werden lassen in der heiligen Taufe, in der heiligen Firmung, in den zahllosen heilsamen Einsprechungen; wir wollen ihn auch um Verzeihung bitten, daß wir ihn durch unsere Sünden so oft betrübt, seine heiligen Einsprechungen so oft vernachlässigt, seiner liebevollen Gnadenwirkung in unserm Herzen so oft Widerstand entgegengesetzt haben. Wir wollen endlich Ehre und Huldigung darbringen demjenigen, der mit dem Vater und dem Sohne zugleich angebetet und verherrlicht wird, dem die Engel und Heiligen ihr ewiges Jubellied: "Heilig, Heilig, Heilig" singen. In Vereinigung mit ihnen wollen auch wir aus ganzem Herzen, mit heiliger Ehrfurcht sprechen: Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Hl. Geiste!

Novene zu Ehren des Heiligen Geistes vom hl. Kirchenlehrer Alfons von Liguori - 9. Tag

Neunter Tag.
Die Liebe Gottes ist ein Schatz, der alle Güter in sich schließt.


1. Die Liebe Gottes ist jener Schatz, von dem das Evangelium sagt, daß man alles verlassen müsse, um ihn zu erlangen. Die Liebe macht uns nämlich der Freundschaft Gottes teilhaftig. "Sie ist ein unendlicher Schatz; wer ihn benutzt, wird der Freundschaft Gottes teilhaftig" (Weish. 7, 14). O Mensch, sagt der heilige Augustin, "warum suchst du Güter? Suche ein Gut, das alle Güter in sich schließt". Aber dieses eine Gut, nämlich Gott, können wir nicht finden, wenn wir die irdischen Dinge nicht verlassen. Die heilige Theresia sagte: Wende dein Herz von den Geschöpfen ab, und du wirst Gott finden. Wer Gott findet, findet alles, was er sich nur wünschen kann: "Habe deine Lust an dem Herrn, so wird er dir geben was dein Herz verlangt" (Ps. 36, 4). Das menschliche Herz strebt ohne Aufhören nach Gütern, die es beglücken können. Sucht dasselbe aber diese Güter bei den Geschöpfen, so wird es, was diese ihm auch bieten mögen, doch niemals befriedigt werden. Wenn unser Herz aber dahin gelangt, nichts anderes, als Gott allein zu verlangen, so befriedigt der Herr alle seine Wünsche. Wer ist wohl glücklicher hier auf Erden als die Heiligen? Und woher kommt das? Weil sie nichts mehr wollen und verlangen, als Gott allein. Ein Fürst begegnete einst auf der Jagd im Walde einem Einsiedler und fragte denselben, was er in dieser Einöde suche. "Und was suchst denn du, mein Fürst"? erwiderte der Einsiedler. "Ich mache Jagd auf wilde Tiere", antwortete jener. "Und ich", entgegnete der Einsiedler, ich suche Gott selbst zu erjagen." Als ein Christenverfolger dem hl. Clemens Gold und Edelsteine anbot, wenn er Christum verleugne, rief der Heilige seufzend aus: Wie ist es doch möglich, daß man Gott mit ein wenig Staub vergleichen kann!"
2. Selig derjenige, der erkennt, welch ein großer Schatz die Liebe Gottes ist und der ihn dann zu erlangen sucht. Hat er ihn gefunden, so wird er sich aus eigenem Antrieb aller irdischen Dinge berauben, um nichts mehr zu besitzen als Gott allein. "Wenn das Haus brennt", sagt der heilige Franz von Sales, "so wirft man alles Gerät zum Fenster hinaus." Der große Diener Gottes, P. Segneri der Jüngere, pflegte zu sagen, die Liebe Gottes sei eine Räuberin, die uns aller irdischen Neigungen beraube, so daß wir ausrufen: "Was sollte ich anders wollen, als Dich alleine, o mein Gott!"
Bis jetzt habe ich nicht Dich gesucht, o mein Gott, sondern nur mich und die Befriedigung meiner Neigungen und auf diese Weise Dir, meinem höchsten Gute, den Rücken zugewandt. Doch tröstet mich das Wort des Propheten: "Gut ist der Herr der Seele, die ihn suchet" (Klagel. 3, 25). Es sagt mir, daß Du, o mein Gott, voll Güte gegen jene bist, die Dich suchen. Geliebter Heiland, ich erkenne, welch großes Übel ich begangen, da ich Dich verlassen habe; ich bereue es von ganzem Herzen. Ich erkenne, welch ein unendlicher Schatz Du bist und ich will diese Erkenntnis nicht länger mißbrauchen. Ich entsage allem und erwähle Dich zum einzigen Gegenstand meiner Liebe. O mein Gott, o meine Liebe, o mein Alles, ich liebe Dich, ich verlange, ich seufze nach Dir! O Heiliger Geist, komme und vernichte in mir durch das Feuer Deiner heiligen Liebe alle Neigungen, die nicht Dich zum Gegenstande haben! Gib, daß ich Dir ganz angehöre und alles überwinde, um Dir wohlzugefallen.

O meine Fürsprecherin und Mutter Maria, hilf mir durch dein Gebet! Amen.

Novene zu Ehren des Heiligen Geistes vom hl. Kirchenlehrer Alfons von Liguori - 8. Tag

Achter Tag.
Die Liebe Gottes ist ein Band, das uns mit Gott vereinigt.


1. Gleichwie der Hl. Geist, die unerschaffene Liebe, ein unauflösliches Band ist, das Gott den Vater mit seinem Sohne verbindet, so ist er auch ein Band, das die Seele mit Gott vereinigt. Die Liebe Gottes, sagt der heilige Augustin, ist eine Tugend, die uns mit Gott verbindet. Deshalb rief der heilige Loenz Justinian voll Freude aus: "O Liebe, welch ein mächtiges Band bist du, da du einen Gott mit unsern Seelen zu vereinigen imstande bist!" Die Bande dieser Welt sind Bande des Todes; Gottes Bande aber sind Bande des Lebens und des Heiles. "Seine Bande sind Bande des Heiles" (Ekkl. 16, 31). Sie vereinigen uns nämlich mittels der Liebe mit Gott, der unser wahres und alleiniges Leben ist.
Ehe Jesus Christus auf die Welt gekommen, flohen die Menschen vor Gott. Da sie voll Anhänglichkeit an die irdischen Dinge waren, so wollten sie sich nicht mit ihrem Schöpfer vereinigen; aber unser liebevoller Gott hat sie mit den Banden der Liebe an sich gezogen, wie er es durch den Propheten schon vesprochen hatte: "Mit menschlichen Banden zog ich sie, mit Banden der Liebe" (Os. 11,4). Diese Banden der Liebe sind die Wohltaten, die uns Gott erwiesen hat, die Erleuchtungen, die er uns erteilt, das Gebot, ihn zu lieben, die Verheißung des Himmelsreiches und vor allem, daß er uns seinen Sohn am Kreuze und im heiligsten Altarssakramente geschenkt, sowie endlich die Sendung des Heiligen Geistes. Deshalb ruft denn auch der Prophet aus: "Löse die Bande deines Halses, du gefangene Tochter Sions" (Isaias 52,2). O Seele, die du für den Himmel erschaffen bist, löse deine irdischen Fesseln und vereinige dich mit Gott durch das Band seiner heiligen Liebe! "Habet die Liebe, die das Band der Vollkommenheit ist" (Kolosser 3,14).

2. Die Liebe ist ein Band, das alle Tugenden in sich schließt und der Seele alle Vollkommenheit verleiht. "Liebe, und dann tue, was tu willst", sagt der heilige Augustin. Wer nämlich Gott liebt, der bemüht sich alles zu fliehen, was seinem Geliebten mißfallen könnte und sucht in allen Dingen Gott wohlgzugefallen.
O mein geliebter Jesus, Du hast mich nur allzu sehr zu Deiner Liebe verpflichtet, es hat Dich gar zu viel gekostet, meine Liebe zu erlangen! Gar zu groß wäre also mein Undank, wenn ich, nachdem Du Dein Blut für mich vergossen und Dein Leben für mich hingegeben hast, Dich nur wenig liebte oder mein Herz zwischen Dir und den Geschöpfen teilen wollte. Ich will mich von allem losschälen und Dir allein alle meine Neigungen schenken. Aber ich bin zu schwach, um meinen Wunsch ins Werk zu setzen; gib Du, der Du mir diese Gesinnungen eingeflößt, meiner Seele auch die Kraft, sie auszuführen. Verwunde, o Jesus, mein armes Herz mit den Pfeilen Deiner Liebe, damit es fortwährend nach Dir seufze, ohne Unterlaß Dich suche, nur nach Dir verlange und allzeit Dich finde. O mein Jesus, ich will nur Dich, nur Dich allein! Gib, daß ich oft im Leben und besonders im Tode diese Worte wiederhole: "Ich will nur Dich - nur Dich allein!" -
O Maria, meine Mutter, erwirke mir die Gnade, daß ich von heute an nichts anderes wolle, als Gott allein! Amen.

Fortsetzung: Novene zu Ehren des Hl. Geistes - neunter Tag

Novene zu Ehren des Heiligen Geistes vom hl. Kirchenlehrer Alfons von Liguori - 7. Tag

Siebenter Tag.
Die Liebe Gottes ist ein Gast, der keinen andern in der Seele duldet.

1. Der Heilige Geist wird ein Gast der Seele genannt: "Süßer Gast der Seele." Diesen Gast hat Jesus jenen verheißen, die ihn lieben, da er spricht: "Wenn ihr mich liebt, so will ich den Vater bitten, und er wird euch einen andern Tröster geben, damit er in Ewigkeit bei Euch bleibe" (Joh. 14, 15, 16.). Der Hl. Geist verläßt die Seele nie, wenn sie selbst ihn nicht aus ihrem Herzen vertreibt. "Er verläßt nur dann", sagt ein Schriftsteller, "wenn er selbst verlassen wird". Gott wohnt also in einem Herzen, das ihn liebt; aber er selbst erklärt, daß er nur dann mit uns zufrieden ist, wenn wir ihn von ganzem Herzen lieben. Der heilige Augustin berichtet, daß die heidnischen Römer Jesus Christus deshalb nicht unter die Zahl ihrer Götter aufnehmen wollten, weil er ein stolzer Gott sei, der allein angebetet werden wolle. Sie hatten recht; und wirklich duldet der Heiland in dem Herzen, das ihn liebt, keinen Genossen. Er will allein darin wohnen, er will allein geliebt werden; und wenn er sieht, daß außer ihm irgend ein Geschöpf teil an unserm Herzen hat, so betrachtet er dasselbe, sozusagen, mit neidischen Augen. Der heilige Jakobus schreibt deshalb: "Meint ihr, daß die Schrift ohne Grund sage: Hat der Geist, der in uns wohnt, nicht einen Hang zum Neide? (Jak. 4, 5) "Kurz", sagt der heilige Hieronymus, "Jesus ist ein eifersüchtiger Gott." Deshalb lobt unser himmlischer Bräutigam jene Seelen, die wie die Turteltauben einsam und von der Welt entfernt leben: "Deine Wangen sind schön, wie die der Turteltaube" (Hohel. 1, 9.). Darum will er, daß die Welt keinen Teil an jener Liebe habe, die allein besitzen will, und nennt seine Braut einen verschlossenen Garten: "Ein verschlossener Garten bist du, meine Schwester, meine Braut" (Hohel. 4, 12). Du bist ein Garten, der aller irdischen Liebe verschlossen ist.
2. Verdient etwa Jesus Christus unsere Liebe nicht? Der heilige Johannes Chrysostomus sagt: "Alles hat er dir gegeben, nichts hat er sich vorbehalten". Sein Leben und sein Blut hat er für dich hingegeben, und es bleibt ihm nichts mehr übrig, das er dir noch geben könnte.
Ich erkenne, o mein Gott, wie sehr Du verlangst, daß ich Dir ganz angehöre. Obgleich ich Dich so oft aus meinem Herzen vertrieben habe, hast Du dennoch wieder in dasselbe zurückkehren wollen, um Dich mit mir zu vereinigen. So nimm denn jetzt vollkommen Besitz von meinem Herzen; ich schenke mich Dir heute ganz und gar. Nimm mich an, mein Jesus, und laß nicht zu, daß ich in der Folge auch nur einen Augenblick lebe, ohne Dich zu lieben. Du suchest mich, auch ich will nichts anderes als dich. Du willst, daß mein Herz ganz Dir angehöre; siehe, mein Herz begehrt nichts anderes als Dich allein, Du liebst mich; auch ich liebe Dich. Und weil Du mich liebst, so vereinige mich immer enger mit Dir, damit ich nie wieder von Dir getrennt werde.

O Maria, Königin des Himmels, auf dich setze ich all mein Vertrauen! Amen.

Fortsetzung: Novene zu Ehren des Hl. Geistes - achter Tag

Novene zu Ehren des Heiligen Geistes vom hl. Kirchenlehrer Alfons von Liguori - 6. Tag

Sechster Tag.
Die Liebe Gottes ist eine Kraft, die uns stärkt.

1. "Stark wie der Tod ist die Liebe" (Hohel. 8, 6). Gleichwie es in der Welt keine Kraft gibt, die dem Tode widerstehen kann, so gibt es auch für eine Seele, die Gott liebt, keine Schwierigkeit, die nicht endlich der Liebe weichen müßte. Wenn es darauf ankommt, dem Geliebten wohlzugefallen, so erträgt die Liebe alles: Verlust, Verachtung und Schmerz. Nichts ist so hart, das dem Feuer der Liebe nicht nachgeben müßte. Das sicherste Kennzeichen der Liebe Gottes besteht also darin, daß die Seele dem Herrn nicht nur im Wohlergehen, sondern auch zur Zeit der Trübsal in der Liebe treu bleibt. "Gott ist ebenso liebenswürdig", sagt der heilige Franz von Sales, "wenn er Widerwärtigkeiten, als wenn er uns Tröstungen zuschickt; denn er tut ja alles aus Liebe zu uns". Ja, je mehr er uns auf Erden züchtigt, desto mehr liebt er uns. Der heilige Johannes Chrysostosmus schätzte den heiligen Paulus glücklicher, weil er in Ketten geschmachtet hatte, als weil er in den dritten Himmel entrückt worden war. Deshalb freuten sich auch die heiligen Märyrer inmitten ihrer Leiden; ja wenn sie aus Liebe zu Gott etwas zu leiden hatten, so dankten sie ihm dafür als für die größte Gnade, die er ihnen erweisen könnte. Die andern Heiligen aber, die nicht von den Tyrannen gepeinigt wurden, sind aus Liebe zu Gott durch ihre Bußwerke ihre eigenen Peiniger geworden.
2. Der heilige Augustin sagt, wer liebt, emüdet nicht, und sollte er auch müde werden, so liebt er diese Ermüdung. - O Gott meiner Seele, zwar sage ich, daß ich Dich liebe, allein was tue ich aus Liebe zu Dir? - nichts. Das ist also ein Zeichen, daß ich Dich gar nicht, oder doch zu wenig liebe. Sende mir also, o mein Jesus, den Heiligen Geist, damit er mir Kraft verleihe, ehe ich sterbe, aus Liebe zu Dir zu leiden und etwas für Dich zu tun! Laß mich doch, geliebter Heiland, nicht sterben in diesem Zustand der Kälte und Undankbarkeit, in dem ich bisher dahingelebt habe. Schenke mir Kraft, das Leiden zu lieben, nachdem ich so viele Sünden begangen, wofür ich die Hölle verdient hätte. O mein Gott, der du lauter Güte und Liebe bist, Du wünschest in diesem Herzen zu wohnen, aus dem ich Dich so oft vertrieben habe! Komme, schlage Deine Wohnung darin auf; nimm es in Besitz und mache, daß es ganz Dir angehöre. Ich liebe Dich, mein Gott; aber da ich Dich liebe, so bist Du schon bei mir eingekehrt; denn der heilige Johannes versichert mich: "Wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott und Gott in ihm" (1. Joh. 4, 16.). Weil Du also schon bei mir bist, so vermehre in mir die Liebe; binde mich fest mit den Banden der Liebe, damit ich nichts wünsche, nichts suche, nichts liebe, als Dich allein, und damit ich mit Dir vereinigt, mich nie wieder von Deiner Liebe trenne. Ich will Dir angehören, o mein Jesus, ich will Dir ganz angehören.

O meine Königin und Fürsprecherin Maria, erlange mir Liebe und Beharrlichkeit! Amen.

Fortsetzung: Novene zu Ehren des Hl. Geistes - siebter Tag

Novene zu Ehren des Heiligen Geistes vom hl. Kirchenlehrer Alfons von Liguori - 5. Tag

Fünfter Tag.
Die Liebe Gottes ist eine Ruhe, die erquickt.

1. Die Liebe Gottes wird auch noch: "Ruhe in der Arbeit, Trost im Weinen" genannt. Die Liebe Gottes ist eine Ruhe, die erquickt; denn die Hauptwirkung der Liebe besteht darin, daß sie den Willen des Liebenden mit dem Willen des Geliebten vereinigt. Der Gedanke, daß es so der Wille des Geliebten ist, genügt einer gottliebenden Seele, um sie bei Verfolgungen, Leiden und Verlusten zu beruhigen. Aus dem einzigen Worte: "Mein Gott will es also", schöpft sie in allen Trübsalen Ruhe und Zufriedenheit. Dies ist jener Friede, der alle irdischen Freuden übertrifft, "der allen Begriff übersteigt". Wenn die heilige Maria Magdalena von Pazzis nur die Worte "der Wille Gottes" aussprach, ward sie schon mit Freude erfüllt. - Hier auf Erden muß jeder sein Kreuz tragen; aber nur für den ist das Kreuz schwer, der es wider Willen trägt, nicht für den, der es freudig auf seine Schultern nimmt, sagt die heilige Theresia. Auf solche Weise verwundet und heilt der Herr zu gleicher Zeit; denn der Hl. Geist bewirkt durch seine süßen Tröstungen, daß uns Schmach und Qual angenehm und lieblich vorkommen.

2. In allen Widerwärtigkeiten, die uns zustoßen, müssen wir ausrufen: "Es geschehe, o Herr, denn also ist es Dein heiliger Wille!" Ängstigt uns die Furcht vor zeitlichem Unglück, so müssen wir jedesmal zu Gott sprechen: "Tue, o Herr, was Dir wohlgefällt; ich bin bereit, alles anzunehmen, was Du über mich verhängen willst!" Auch ist es nützlich, sich des Tages mehrmals Gott zum Opfer darzubringen, wie dies die heilige Theresia zu tun pflegte.

O mein Gott, wie oft habe ich um meine sündhaften Neigungen zu befriedigen, mich Deinem heiligen Willen widersetzt und denselben sogar verachtet! Es schmerzt mich dies mehr, als jedes andere Übel. O mein Gott, von heute an will ich Dich von ganzem Herzen lieben! "Rede, Herr, denn Dein Diener hört." Sage mir nur, was Du von mir verlangst; ich will alles tun. Mein einziger Wunsch, der alleinige Gegenstand meiner Liebe soll immer Dein Wille sein. O Heiliger Geist, komm meiner Schwachheit zu Hilfe! Du bist die Güte selbst, wie könnte ich noch etwas anderes lieben, als Dich allein? Ziehe durch die Süßigkeit Deiner heiligen Liebe alle meine Neigungen zu Dir hin. Ich will alles verlassen, um mich Dir ganz zu schenken. Nimm mich an und stehe mir bei.

O meine Mutter Maria, auf dich setze ich all mein Vertrauen! Amen.

Novene zu Ehren des Heiligen Geistes vom hl. Kirchenlehrer Alfons von Liguori - 4. Tag

Vierter Tag.
Die Liebe Gottes ist ein Tau, der befeuchtet.

1. Die heilige Kirche lehrt uns beten. "Die Eingießung des Heiligen Geistes reinige unsere Herzen, besprenge, durchdringe und befruchte sie mit seinem Tau." Die Liebe befruchtet unsere guten Begierden, unsere heiligen Vorsätze und gottgefälligen Werke; dies sind die Blüten und Früchte, welche die Gnade des Hl. Geistes hervorbringt. Man nennt die Liebe auch deshalb einen Tau, weil sie das Feuer der bösen Begierden und Versuchungen dämpft. Deshalb wird der Hl. Geist mit Recht "eine Kühlung und eine süße Erquickung in der Hitze" genannt. Wenn wir beten, so steigt dieser Tau in unsere Herzen herab. Ein viertelstündiges Gebet genügt, um jeden, auch den größten Haß und die ungeordnetste Liebe zu unterdrücken. "Er führt mich in den Weinkeller und ordnet in mir die Liebe" (Hohesl. 2, 4). Das betrachtende Gebet ist dieser Weinkeller, in dem unsere Liebe geordnet wird, so daß wir den Nächsten wie uns selbst und Gott über alles lieben. Wer Gott liebt, der liebt das Gebet; wer aber das Gebet nicht liebt, dem ist es beinahe unmöglich, seine Leidenschaften zu überwinden.

2. O Heiliger göttlicher Geist, ich will nicht mehr mir selbst leben, sondern alle mir noch übrigen Lebenstage dazu verwenden, Dir zu gefallen und Dich zu lieben! Darum bitte ich Dich um die Gabe des Gebetes. Komme selbst in mein Herz und lehre mich so beten, wie man beten soll. Verleihe mir die Kraft, aus Unlust das Gebet niemals zu unterlassen: gib mir den Geist des Gebetes, das heißt die Gnade, immer zu beten und dich um das zu bitten, was Deinem göttlichen Herzen am meisten wohlgefällt. Um meiner Sünden willen war ich schon dem ewigen Verderben anheimgefallen: aber aus der zärtlichen Liebe, mit der Du mich behandelt hast, erkenne ich, daß Du mich selig, daß Du mich vollkommen machen willst. Ja, ich will vollkommen werden, um Dir wohlzugefallen und um Deine unendliche Güte immer inniger zu lieben. Ich liebe Dich, mein höchstes Gut, meine Liebe, mein Alles, und weil ich dich liebe, so schenke ich mich Dir ganz und ohne Vorbehalt.

O Maria, meine Hoffnung, gewähre mir deinen Beistand! Amen.

Novene zu Ehren des Heiligen Geistes vom hl. Kirchenlehrer Alfons von Liguori - 3. Tag

Dritter Tag.
Die Liebe Gottes ist ein Wasser, das den Durst stillt.

1. Die Liebe Gottes wird auch "eine lebendige Quelle" genannt. Unser Heiland sagte zur Samariterin: "Wer von dem Wasser trinken wird, das ich ihm geben werde, den wird nicht mehr dürsten in Ewigkeit" (Joh. 6, 13). Die Liebe Gottes ist ein Wasser, das den Durst stillt; denn wer Gott wahrhaft liebt, der sucht und wünscht nichts mehr, da er ja in Gott alles Gute findet. Voll Freude und Zufriedenheit ruft er beständig aus: "Mein Gott und mein alles!" Darum beklagt sich der Herr über so viele Seelen, die sich elende und vergängliche Freuden bei den Geschöpfen erbetteln, ihn aber, das unendliche Gut und die Quelle aller Freuden, verlassen. Mich, die Quelle lebendigen Wassers, haben sie verlassen und sich Zisternen gegraben, Zisternen, die durchlöchert sind und kein Wasser halten können" (Jer. 2. 12). Weil Gott uns liebt und uns zufrieden sehen möchte, so ruft er uns beständig zu: "Wen dürstet, der komme zu mir!" (Joh. 8, 37) Wer glücklich zu sein wünscht, der komme zu mir, damit ich ihm den Hl. Geist gebe, der ihn hier auf Erden und dereinst im Himmel glückselig machen wird. Und er fährt fort und sagt: "Wer an mich glaubt, aus dessen Leibe werden, wie die Schrift sagt, Ströme des lebendigen Wassers fließen" (Joh. 7, 38). Wer glaubt und zugleich Jesus Christus liebt, der wird mit so vielen Gnaden bereichert werden, daß aus seinem Herzen (das heißt, aus seinem Willen) Quellen heiliger Tugenden fließen, die ihm nicht nur helfen werden, das Leben der Gnade für sich selbst zu bewahren, sondern die zugleich bewirken werde, daß auch andere dieses göttliche Leben erlangen. Dieses Wasser, von dem der Heiland spricht, ist der Hl. Geist, die wesentliche Liebe, die uns Jesus Christus nach seiner Himmelfahrt zu senden versprochen hat: "Das sagte er aber von dem Geiste, den diejenigen empfangen sollten, die an ihn glauben würden; denn der Hl. Geist war noch nicht gegeben, weil Jesus noch nicht verherrlicht war" (Joh. 7, 3).

2. Der Schlüssel, mit dem wir uns den Zutritt zu diesem beseligenden Wasser verschaffen, ist das heilige Gebet, das uns alles Gute erlangt, gemäß den Worten des Heilandes: "Bittet und ihr werdet empfangen." Wir sind blind, arm und elend; aber durch das Gebet erlangen wir Licht, Kraft und alle Gnadenschätze. Theodoret sagt: "Das Gebet, das da eins ist, vermag alles." Wer bittet, erhält, was er wünscht. Gott will uns seine Gnaden schenken; aber er will, daß wir ihn darum bitten.

Mit der Samariterin bitte ich Dich, o mein Jesus, gib mir dieses Wasser Deiner Liebe, damit ich alles Irische vergesse, um nur für Dich zu leben, der Du unendlich liebenswürdig bist. "Tränke was da dürre ist." Meine Seele ist ein dürres Erdreich, das nichts als Dornen und Disteln der Sünde hervorbringt; tränke es mit Deiner Gnade, damit es, bevor ich sterbe, zu Deiner größeren Ehre einige Frucht bringe. O Du Quelle lebendigen Wassers, mein höchstes Gut, wie oft habe ich Dich verlassen, um hier auf Erden unreine Freuden aufzusuchen, durch die ich Deine Liebe verloren habe! Wäre ich doch gestorben, ehe ich Dich beleidigt habe. In Zukunft will ich nichts anderes mehr suchen, als dich allein, o mein Gott! Hilf mir und bewirke, daß ich Dir treu bleibe.

O Maria, meine Hoffnung, bewahre mich unter deinem Schutzmantel! Amen.

Novene zu Ehren des Heiligen Geistes vom hl. Kirchenlehrer Alfons von Liguori - 2. Tag

Zweiter Tag.
Die Liebe Gottes ist ein Licht, das erleuchtet.

1. Eines der größten Übel, das die Erbsünde in uns hervorgebracht hat, besteht darin, daß unsere Vernunft durch die Leidenschaften verfinstert ist. O wie elend ist eine Seele, die von einer Leidenschaft beherrscht wird! Diese Leidenschaft ist ein Dunst, ist ein Schleier, der uns hindert, die Wahrheit zu erkennen. Wie kann derjenige das Böse fliehen, der nicht mehr weiß, was böse ist. Je mehr Sünden wir begehen, desto finsterer wird es in uns. Aber der Hl. Geist, der "ein glückseliges Licht" genannt wird, entflammt mit seinen göttlichen Strahlen nicht nur die Herzen zur Liebe, sondern er verscheucht auch die Finsternis unserer Seele und läßt uns klar erkennen die Eitelkeit aller irdischen, sowie den Wert der ewigen Güter, die Wichtigkeit des Seelenheiles, den großen Schatz der Gnade Gottes, seine Güte, die unendliche Liebe, die er zu uns trägt. Der Mensch, der seine Seele durch sinnliche Lüste befleckt, versteht nur wenig von diesen Wahrheiten; und deshalb liebt der Unglückselige, was er hassen, und haßt, was er lieben sollte.

2. Die heilige Magdalena von Pazzis rief aus: "O Liebe, Du wirst nicht erkannt, o Liebe, Du wirst nicht geliebt!" Deshalb konnte auch die heilige Theresia mit Recht sagen, daß Gott nicht geliebt wird, weil man ihn nicht kennt. Die Heiligen baten Gott unausgesetzt, er möge sie immer mehr erleuchten. "Sende Licht", riefen sie aus, "erleuchte meine Finsternis", "öffne meine Augen!" Und sie taten wohl daran, denn ohne Licht können wir die Abgründe nicht vermeiden, können wir Gott nicht finden.

O Heiliger, göttlicher Geist, ich glaube, daß Du wahrer Gott bist, eins mit dem Vater und dem Sohn. Ich bete Dich an als den Urheber all jener Erleuchtungen, durch die Du mich hast erkennen lassen, welch großes Übel ich durch die Sünde begangen habe und wie sehr ich verpflichtet bin, Dich zu lieben. Ich danke Dir dafür und bereue es über alles, Dich beleidigt zu haben. Wohl hätte ich verdient, daß Du mich in meiner Finsternis gelassen; nun aber erkenne ich, daß Du mich noch nicht verstoßen hast. Erleuchte mich auch fernerhin, o Hl. Geist! lasse mich immer mehr Deine unendliche Güte erkennen, und verleihe mir die Gnade, Dich in der Folge von ganzem Herzen zu lieben. Verleihe mir immer mehr Gnaden, damit ich durch dieselben besiegt und gezwungen werde, nichts anderes zu lieben als Dich allein. Um der Verdienste Jesu Christi willen bitte ich Dich um diese Gnade. Ich liebe Dich, o mein höchstes Gut, ich liebe Dich mehr, als mich selbst! Ich will ganz Dir angehören; nimm mich an und gestatte nicht, daß ich mich jemals wieder von Dir trenne.

O meine liebe Mutter Maria, stehe mir durch deine Fürbitte immer bei. Amen.

Novene zu Ehren des Heiligen Geistes vom hl. Kirchenlehrer Alfons von Liguori - 1. Tag

Erster Tag.
Die Liebe Gottes ist ein Feuer, das entflammt.


1. Im Alten Bunde hatte Gott befohlen, es solle auf seinem Altare das Feuer beständig brennen. "Das Feuer aber auf dem Altare solle immerdar brennen" (Levit. 6, 12). Der heilige Gregor sagt, unsere Herzen seien jene Altäre Gottes, auf denen das Feuer der göttlichen Liebe fortwährend brennen müsse. Deshalb genügte es dem ewigen Vater nicht, uns seinen Sohn Jesus Christus zu schenken, damit er uns durch seinen Tod erlöse; nein, er wollte uns auch noch den Hl. Geist senden, damit derselbe in unsern Herzen wohne und sie unausgesetzt mit seiner Liebe entzünde. Jesus Christus selbst versichert uns, daß er gerade deshalb auf die Erde gekommen sei, um unsere Herzen mit diesem heiligen Feuer zu entflammen, und daß er nichts anderes wünsche, als daß es sich entzünde: "Ich bin gekommen, Feuer auf die Erde zu senden und was will ich anders, als daß es brenne?" (Luk. 12, 49) Er vergißt die Beleidigungen und den Undank, die er auf Erden von den Menschen hat erdulden müssen, und schickt uns, nachdem er in den Himmel aufgefahren ist, den Hl. Geist. So liebst Du uns denn, o liebenswürdigster Heiland, in Deiner Herrlichkeit ebenso wie Du uns geliebt hast in Deiner Schmach und in Deinem Leiden!

Deshalb wollte denn auch der Hl. Geist den Jüngern im Abendmahlssaale in der Gestalt feuriger Zungen erscheinen. Aus demselben Grund lehrt uns auch die heilige Kirche beten: "Wir bitten Dich o Herr, der Hl. Geist wolle uns mit jenem Feuer entzünden, das unser Herr Jesus Christus auf die Erde gesandt hat, und das er in allen Herzen mächtig brennen sehen wollte." Dieses heilige Feuer entflammte die Heiligen, große Dinge für Gott zu unternehmen, ihre Feinde zu lieben, nach Verachtung zu verlangen, allen Gütern dieser Welt zu entsagen, Marterqualen und sogar den Tod freudig zu erdulden.

2. Die Liebe kann nicht müßig sein; sie sagt nie, es ist genug. Je mehr eine gottliebende Seele für ihn tut, desto lebhafter wird ihr Wunsch, noch mehr zu tun, um sich sein Wohlgefallen und seine Liebe immer mehr zu verdienen. Dieses Feuer der Liebe Gottes entzündet sich während des betrachtenden Gebetes: "Als ich betrachtete, entbrannte in mir das Feuer" (Psalm 38, 4) Wenn wir also von Liebe zu Gott entflammt zu werden wünschen, so müssen wir das betrachtende Gebet lieben, da dasselbe jener Glutofen ist, der das Feuer der göttlichen Liebe in uns entzündet.

Bis jetzt o mein Gott, habe ich noch nichts für Dich getan, während Du doch so Großes für mich vollbracht hast! Ach, meine Lauigkeit sollte Dich schon längst bewogen haben, mich auszuspeien aus Deinem Munde. O Heiliger Geist, erwärme Du, was kalt ist, und entzünde in mir eine große Begierde, Dir wohlzugefallen. Ich entsage jetzt aller Selbstsucht und will lieber sterben, als Dir im geringsten mißfallen. Du wolltest in der Gestalt feuriger Zungen erscheinen; daher will ich Dir meine Zunge weihen, damit ich Dich nicht mehr mit derselben beleidige. O mein Gott, du hast sie mir geschenkt, damit ich Dein Lob verkündige; ich aber habe mich derselben bedient, um Dich zu beleidigen, und sogar, um andere zur Sünde zu verführen. Ach, ich bereue es von ganzem Herzen! Aus Liebe zu Jesus Christus, der während seines irdischen Wandels Deine Ehre durch seine Zunge so sehr befördert hat, verleihe mir die Gnade, daß ich Dich von heute an wahrhaft ehre, Dein Lob singe, Dich um Deinen Beistand anrufe und Deine Güte, sowie Deine unendliche Liebenswürdigkeit verkünde. Ich liebe Dich, mein höchstes Gut, ich liebe Dich, o Gott der Liebe!

O Maria, geliebte Braut des Hl. Geistes, erlange mir dieses Feuer der göttlichen Liebe. Amen.

Novene zu Ehren des Heiligen Geistes vom hl. Kirchenlehrer Alfons von Liguori - VORWORT

Herausgegeben (1929) von P. Martin Stoks C.Ss.R.
Mit Genehmigung der geistl. Obrigkeit. Kevelaer, Butzon & Bercker G.m.b.H., Verleger des Hl. Apostolischen Stuhles. - Imprimatur servatis de jure servandis. Wittem, 16. Oct. 1929 - L. Wouters C.Ss.R., sup. prov. - Imprimatur Monasterii, die 1. Octobris 1929, No. 5509, Meis, Vicarius Episcopi Generalis.

VORWORT

Deus caritas est. Gott ist die Liebe (I. Joan. IV. 8).

In seinem Rundschreiben vom 9. Mai 1897 über die Verehrung und Anrufung des Hl. Geistes beklagt es Papst Leo XIII. mit Recht, daß viele Christen die heilsame Andacht zu der dritten Person in der heiligsten Dreifaltigkeit so sehr vernachlässigen.
Der Gedanke an den Hl. Geist war den Gläubigen der ersten christlichen Zeiten ganz vertraut. Zarte Junfrauen und selbst Kinder, so erzählt P. Weiß, waren von der Innewohnung des Hl. Geistes in ihren Herzen so lebendig durchdrungen, daß ihnen das als etwas ganz Selbstverständliches erschien, wie klar hervorgeht aus der Geschichte der heiligen Lucia, Agnes und Agatha.
Die hl. Lucia wurde ihres Glaubens wegen von ihrem heidnischen Bräutigam beim Richter Paschasius angeklagt; aber unerschrocken, voll heiliger Freude bekannte sie laut ihren Glauben, ihre Liebe zu Christus und zur Jungfräulichkeit. Wütend über eine solche Beschämung sprach der Richter: "Wenn es zum Geißeln kommt, dann werden dir die Worte schon vergehen." Doch Lucia erwiderte: "Wer Gott dem Herrn dient, ist um ein passendes Wort nicht verlegen". Denn Jesus hat gesagt: "Seid nicht besorgt, wie oder was ihr vor Königen und Richtern reden sollt, in jener Stunde wird euch eingegeben, was ihr reden sollt; denn nicht ihr seid es, die da reden, sondern der Geist eures Vaters ist es, der in euch redet". Da fragte Paschasius: "Wohnt denn der Hl. Geist in dir?" Und Lucia, die unerschrockene Blutzeugin, antwortete: "Alle, die ein keusches und gottesfürchtiges Leben führen, sind Tempel des Hl. Geistes".
Möchten darum alle Christen diese gnadenreiche Andacht zum Hl. Geiste mehr lieben und üben! Eine Quelle des Segens, des Lichtes, der Stärke, des Trostes und der Ermutigung würde sie ihnen sein, "eine Quelle, die sprudelt zum ewigen Leben". Lehrt doch die tröstliche Erfahrung, daß solche Seelen, die zu einer innigeren Vereinigung mit Gott auserwählt sind, sich vom Hl. Geiste selber zu dieser verinnerlichenden und beglückenden Andacht hingezogen und angetrieben fühlen; und daß andererseits jene, die eine Zeitlang mit heiligem Eifer diese vorzüglichste Andacht üben, allmählich wie von selbst tiefer in die Geheimnisse des geistlichen Lebens eingeführt werden. Der Hl. Geist ist eben der vornehmste Seelenführer, die geheimste Triebkraft im geistlichen Leben.
Um daher die gnadenreiche Andacht zum Hl. Geiste mehr und mehr zu fördern, bietet dieser Text allen, die nach inniger Gottesvereinigung streben, die tefflichen Betrachtungen, Anmutungen und Gebete, die der heilige Kirchenlehrer Alfonsus im Jahre 1767 als Novene zur Vorbereitung auf das hochheilige Pfingstfest herausgegeben.
Der heilige Lehrer selber leitet diese Novene mit folgenden Gedanken ein:
Unter allen Novenen ist die Novene zu Ehren des Hl. Geists die vorzüglichste; denn sie ist die erste, die in der hl. Kirche gehalten wurde und zwar von den hl. Aposteln und der allerseligsten Jungfrau selber im Speisesaal zu Jerusalem. Sie hat den reichsten Erfolg gehabt; wurde sie doch mit außerordentlichen Wundern und Gnadengaben gesegnet, besonders mit der Sendung des Hl. Geistes selber. Der Hl. Geist ist ja das kostbarste Gnadengeschenk, das Jesus Christus uns durch sein Leiden verdient hat. Das gab uns Jesus selbst zu verstehen, da er zu seinen Jüngern sprach, er werde uns den Hl. Geist nicht senden können, wenn er nicht den Tod erleide. "Si enim non abiero, Paraclitus non veniet ad vos; si autem abiero, mittam eum ad vos." Denn gehe ich nicht hin, so wird der Tröster nicht zu euch kommen; gehe ich aber hin, so werde ich ihn euch senden." Joan. 16. 17.
Ferner - so fährt St. Alfonsus fort - wissen wir durch den Glauben, daß der Hl. Geist die Liebe ist, die Gott Vater und Gott Sohn zu einander tragen. Darum wird die Mitteilung der Liebe, dieser kostbarsten aller Gaben, in besonderer Weise dem Hl. Geiste zugeschrieben nach den Worten des heiligen Paulus: Caritas Dei diffusa est in cordibus nostris per Spiritum Sanctum, qui datus est nobis. "Die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Hl. Geist, der uns gegeben ist." (Rom. 5. 5).
Und so - schließt St. Alfonsus mit Recht - ist es wohl angebracht, in dieser Novene vor allem den hohen Wert der göttlichen Liebe zu betrachten, damit wir feurig nach ihr verlangen und uns durch fromme Übungen und vorzüglich durch das Bittgebet bemühen, sie zu erlangen, da Gott sie denen verheißen hat, die demütig darum bitten: "Pater vester de coelis dabit spiritum bonum petentibus se." Euer Vater im Himmel wird den guten Geist denen geben, die ihn darum bitten. (Luc. 11. 18).
Diese Überzeugung also, daß wir den Hl. Geist vor allem verehren und anrufen sollen, um das große Geschenk der göttlichen Liebe zu erlangen, veranlaßt den hl. Alfonsus, uns in der folgenden Novene namentlich die Herrlichkeiten der göttlichen Liebe vor die Seele zu führen. Anregung und Begeisterung dazu schöpft er besonders aus den erhabenen Gedanken und Gebeten der Liebe atmenden Pfingstsequenz:

Veni, sancte Spiritus, Et emitte coelitus Lucis tuae radium.
Komm o Geist der Heiligkeit, aus des Himmels Herrlichkeit. Sende Deines Lichtes Strahl!

"Du fragst mich" - so schrieb einmal eine frommen Seele das vom Hl. Geiste so sehr begünstigte Gnadenkind, die kleine hl. Theresia - du fragst mich nach einem Mittel, um zur Vollkommenheit zu gelangen? Ich kenne nur eines, die Liebe". Und ihrer Schwester Celine vesicherte sie: Ich weiß wohl, manche Seelenführer raten an, die Tugendakte zu zählen; mein Seelenführer Jesus rät mir das Zählen nicht an; er lehrt mich alles aus reiner Liebe zu tun. Und am Vorabende ihres Sterbens konnte sie das Zeugnis ablegen: "Ich habe dem lieben Gott nur Eines geschenkt, die Liebe".
Das ist auch die Auffassung und Lehre des hl. Alfonsus." Der Weg der Liebe", so sagt er wörtlich, "scheint mir der sicherste zu sein und zwar für Alle." Und ansderswo bemerkt er: Das Ablegen unserer Fehler und Gebrechen (via purgativa, Weg der Reinigung), die Übung der sittlichen Tugenden (via illuminativa, Weg der Erleuchtung) verdient gewiß unsere ganze Aufmerksamkeit und Sorgfalt; aber unser Hautpstreben muß doch auf die Liebe gerichtet sein (via unitiva, Weg der Einigung).
Der hl. Lehrer war eben tief durchdrungen und hatte es in seinem eigenen Leben erfahren, wie wahr das schöne Wort des Hohenliedes ist: "Fortis est ut mors dilectio. Stark wie der Tod, der alles überwindet, ist die Liebe."
Die Liebe, - so äußert sich ein anderer Lehrer der göttlichen Liebe, der hl. Franz von Sales - die Liebe ist stark wie der Tod, um uns alles vergessen zu lassen, und herrlich wie die Auferstehung, um uns mit Glorie und Herrlichkeit zu umkleiden.
Die Liebe - so dürfen wir gewiß im Geiste des hl. Alfonsus dieses herrliche Wort des hl. Franz von Sales weiter ausführen - die Liebe ist stark wie der Tod, um uns alles vergessen zu lassen, nämlich alles, was nicht Gott ist und uns von allem Irdischen, Sinnlichen und Vergänglichen loszuschälen, zu reinigen und frei zu machen; und sie, die Liebe, ist herrlich wie die Auferstehung, um uns zu umkleiden mit der Glorie der Tugenden und dem Glanze der Gnade, wie sie die innige Vereinigung und der vertraute Umgang mit Gott dem Menschen schon hier auf Erden innerlich, nicht selten sogar äußerlich zu verleihen vermag als einen schwachen Vorgeschmack der himmlischen Herrlichkeit und Verklärung, die uns im Jenseis auf den Höhen des ewigen Tabor zuteil wird.
Verehren wir darum mit heiligem Eifer den Hl. Geist, der die Liebe in unsere Herzen ausgießt! Nach dem Beispiele der Apostel, die seiner Anunft mit heiliger Sehnsucht entgegenharrten im Abendmahlssaal zu Jerusalem, wollen auch wir uns auf seine Heimsuchung vorbereiten mit lebendigem Verlangen in Vereinigung mit Maria, der Mutter Jesu, zu der der Engel bei der Verkündigung das heilbringende Wort gesprochen: "Der Hl. Geist wird über dich kommen und die Kraft des Allerhöchsten wird dich überschatten."

Fortsetzung: Novene zu Ehren des Hl. Geistes - Erster Tag

1. Papst Leo XIII. verlieh durch Breve vom 5. Mai 1895 und durch Rundschreiben vom 9. Mai 1897 allen Gläubigen, die öffentlich, gemeinsam mit andern oder allein die Novene zur Vorbereitung auf das heilige Pfingstfest halten und dabei besondere Gebete zu Ehren des Heiligen Geistes verrichten, folgende Ablässe:
  • einen Ablaß von 7 Jahren und 7 mal 40 Tagen für jeden Tag; einen vollkommenen Ablaß an einem der neun Tage der Novene oder an einem Tage der Octave. Bedingung: Beichte, Kommunion, Gebet nach der Meinung des hl. Vaters.
  • Dieselben Ablässe sind für die Pfingstoctave bewilligt, wenn man in dieser Octave ähnliche Gebete zum Hl. Geiste verrichtet wie in der Pfingstnovene.

2. Durch Rescript vom 5. Januar 1849 und durch ein anderes der Ablaßkongregation bewilligte Papst Pius IX. allen Gläubigen, die zu einer beliebigen Zeit des Jahres mit beliebigen von der kirchlichen Obrigkeit gutgeheißenen Gebeten eine Novene zum Hl. Geiste halten, folgende Ablässe:

  • 500 Tage Ablaß an jedem der neun Tage; vollkommenen Ablaß während der Novene oder an einem der acht unmittelbar darauffolgenden Tage. Bedingung: Beichte, Kommunion, Gebet nach der Meinung des hl. Vaters. (Raccolta).

3. Papst Pius VI. verlieh durch Breve vom 26. Mai 1796 allen Gläubigen, die den Hymnus: Veni Creator Spiritus oder die Sequenz Veni Sancte Spiritus beten, folgende Ablässe:

  • Einen vollkommenen Ablaß einmal im Monate an einem beliebigen Tage für jene, welche täglich das Veni Creator Spiritus oder das Veni Sancte Spiritus beten. Bedingung: Beichte, Kommunion und Gebet nach den gewöhnlichen Meinungen;
  • 300 Tage, wenn man am Pfingstsonntag und während der Octave das eine oder andere Lied spricht und nach den gewöhnlichen Meinungen betet;
  • 100 Tage jedesmal an allen anderen Tagen des Jahres, wenn man das eine oder andere Lied spricht und wie oben betet. (Raccolta.)