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Mittwoch, März 18, 2009

Entsagen und Ertragen

Herz JesuVielem muss das Herz entsagen,
Welches seinen Heiland liebt,
Vieles, vieles muss es tragen;
Und eh' nicht es sich geübt
Im Entsagen und Ertragen,
Kann es nichts von Liebe sagen.

Liebst Du JESUS, musst du meiden,
Was der Heiland dir verbeut,
Musst von Allem gerne scheiden,
Was dich je mit ihm entzweit,
Sollte selbst dein Herz verzagen,
Sieh, du musst, du musst es tragen.

JESUS will dein Herz allein,
Ein geteiltes will er nicht;
Deine Liebe wäre keine,
Hältst du's nicht für heil'ge Pflicht
Schnell und ohne Missbehagen
Selbst dem Liebsten zu entsagen.

Liebst du JESUS, musst du leiden,
Was der Heiland dir verhängt,
Musst es nehmen selbst mit Freuden,
Wie man Liebesgab' empfängt;
Ohne Murren, ohne Klagen
Musst du diese Bürde tragen.

Scheint es, dass die Last dich drückend
Auf den Boden niederbeugt,
Sieh, die Bürde wird entzückend,
Weil sie nur von Liebe zeugt;
Denn du darfst, so wird sie sagen,
Für den Heiland Lasten tragen.

Willst du wahre Liebe zeigen
Und ein echter Jünger sein,
Gib dich JESUS ganz zu eigen,
Lebe JESUS ganz allein,
Zeig dich freudig im Entsagen,
Zeig dich mutig im Ertragen.

Kunstanstalt Josef Müller, München

Jesus, sanftmütig und demütig von Herzen, mache mein Herz deinem Herzen gleich. (Abl.: 300 Tg jedesm. Pius X.)

Dienstag, März 17, 2009

Vertrauen und Hingabe und Vollendung

Josefa MenendezJosefa Menendez fragte den Heiland, wie sie Ihm viele Seelen gewinnen könnte. Er antwortete:
"Vereinige alle deine Handlungen mit den Meinen, ob du arbeitest oder ruhst. Vereinige sogar deine Atemzüge und alle Schläge deines Herzens mit den Meinen. Wieviel Seelen wirst du so gewinnen!"
"Lass Mir alle Freiheit. Einer Seele, die alles von Mir erwartet, kann Ich nichts verweigern. Die Seelen wissen zu wenig, wie sehr Ich danach verlange, ihnen zu helfen, und wie sie Mich durch ihr Vertrauen und ihre Hingabe verherrlichen."
Die Erneuerung der Gelübde, die Josefa sooft pflegte, ist dem Heiland sehr wohlgefällig, da, wie Er sagt, die Bande dadurch fester geknüpft werden.
"Ja, liebe diese Ketten, die dich an Mich fesseln... hast du nichts, so gebe Ich dir alles."
"Ich werde Mich offenbaren und Meinen Auserwählten will Ich durch dich zeigen, dass Ich nichts verlange, was sie nicht geben können. Aber ich will, dass sie Mir alles geben, was sie haben, denn alles gehört Mir. Haben sie nichts als Elend und Schwäche, ja nichts als Fehler und Sünden, auch diese verlange Ich: gebt sie Mir, aber gebt sie Mir alle, und behaltet nichts anderes als das Vertrauen auf Mein Herz: Ich verzeihe euch, Ich liebe euch, Ich selbst werde euch heilig machen. Ich will, dass alle Mir geweihten Seelen es wissen: Ich rufe sie zu einem Leben inniger Vereinigung mit Mir. - Sie sollen Mir von allem sprechen, was ihnen am Herzen liegt; Mich in allem um Rat fragen, alles von Mir erbitten! - Dasselbe gilt für ihr Beten, sei es für sich oder für andere: wenn sie zögern oder an Mir zweifeln, ehren sie Mein Herz nicht. Aber sie verherrlichen es, wenn sie zuversichtlich hoffen, weil sie wissen, das Ich ihnen nichts versagen kann, es sei denn, dass es ihren Seelen nicht zum Heil gereiche."
"Durch das Band der Liebe sind sie mit Mir und untereinander geeint und gewinnen Gewalt über Mein Herz, um den Sündern das Licht zur Erkenntnis der Wahrheit und Verzeihung zu erflehen. Der Blick auf sich selbst soll sie nicht eng und eigensüchtig machen: vielmehr soll ihr Herz weit werden, da sie sich mit der Macht Meines Blutes und Meiner Verdienste umkleidet sehen. Denn wenn sie auf ihre eigene Kraft vertrauen, können sie nicht viel erreichen. Aber sie werden stark, wenn sie mit Mir arbeiten, in Meinem Namen und zu Meiner Ehre. Die Mir geweihten Seelen sollen ihr Verlangen nach Sühne neu beleben und vertrauensvoll bitten, dass der Tag Christi, des Königs, das heißt, der Tag Meiner Weltherrschaft anbreche! Sie sollen sich nicht fürchten, sondern auf Mich hoffen und vertrauen. Eifer und Liebe für die armen Sünder verzehren sie; sie wollen Mitleid mit ihnen haben, für sie beten und mit ihnen umgehen. Der ganzen Welt sollen sie Meine Güte, Meine Liebe und Meine Barmherzigkeit künden. Gebet, Buße und vor allem Vertrauen seien die Waffen ihres apostolischen Wirkens; nicht das Vertrauen auf ihre eigenen Kräfte, sondern Vertrauen auf die Macht und Güte Meines Herzens. Meine Apostel waren arme, ungelehrte Männer, aber sie wurden reich und weise durch den Reichtum und die Weisheit Gottes. Ihr Losungswort sei auch das eure: "Herr, in Deinem Namen gehe ich ans Werk, in Dir vermag ich alles." Ein Dreifaches verlange Ich von den Mir geweihten Seelen: Sühne, Liebe, Vertrauen. Sühne, das heißt Vereinigung mit dem göttlichen Sühnopfer; für Ihn, mit Ihm und in Ihm wirken im Geiste der Sühne und in der Vereinigung mit Seinen Gesinnungen und Wünschen.
Liebe
, das heißt Vertrautheit mit dem, Der ganz Liebe ist, und Der sich herablässt, Seine Geschöpfe um ihre Liebe und Freundschaft zu bitten.
Vertrauen
, das bedeutet: Dessen sicher sein, Der ganz Liebe, Güte und Erbarmen ist; mit Dem ich lebe, Tag und Nacht; Der mich kennt und Den ich kenne; Der mich liebt und Den ich liebe; Der die Seinen in besonderer Weise anruft, Sein Leben zu teilen, Sein Herz zu erkennen und alles von Ihm zu erwarten."

Aus: Auszüge aus der Großen Botschaft des Heiligsten Herzens - durch seine Künderin Schwester Josefa Menéndez - Karl Frey, Freilassing/Obb., 2. Auflage

Mittwoch, Mai 21, 2008

Akt der Sühne gegen das göttliche Herz Jesu

Sacré-Coeur de JésusDemütig hingeworfen vor Dir o göttliches Herz Jesu, erneuern wir die Aufopferung unser selbst mit dem Entschlusse, die Beleidigungen, welche Dir durch die Menschen zugefügt werden, durch Wachstum in der Liebe und Treue gegen Dich wieder gut zu machen.







Ja, wir versprechen:
  • Je mehr Deine Geheimnisse gelästert werden, desto fester glauben wir an sie, o göttliches Herz Jesu!
  • Je mehr der Unglaube sich bemüht, unsere unsterblichen Hoffnungen uns zu rauben, desto mehr hoffen wir auf Dich, o Herz Jesu, Du einzige Hoffnung der Menschen!
  • Je mehr die Herzen dem Zuge Deiner Gnade widerstreben, desto mehr lieben wir Dich, o unendlich liebenswürdiges Herz Jesu!
  • Je mehr der Unglaube Deine Gottheit angreift, desto mehr beten wir Dich an, o göttliches Herz Jesu!
  • Je mehr Deine heiligen Gebote vergessen und übertreten werden, desto mehr wollen wir sie beobachten, o heiligstes Herz Jesu!
  • Je mehr Deine heiligen Sakramente missachtet und verlassen werden, desto mehr wollen wir sie mit Liebe und Ehrfurcht empfangen, o großmütiges Herz Jesu!
  • Je mehr Deine anbetungswürdigen Tugenden verkannt werden, desto mehr werden wir uns bestreben, sie auszuüben, o Herz Jesu, Vorbild aller Tugenden!
  • Je mehr die Hölle am Verderben der Seelen arbeitet, desto mehr soll sich unser Eifer für ihre Rettung entzünden, o Herz Jesu, Eiferer der Seelen!
  • Je mehr die Genusssucht und Stolz trachten, die Entsagung und Pflichttreue zu zerstören, desto mehr wollen wir dem Geiste des Opfers und der Entsagung uns anschließen, o Du mit Schmach gesättigtes Herz Jesu!
  • Je gewaltiger die Pforten der Hölle gegen Deine Kirche anstürmen, desto mehr wollen wir an sie uns halten, o Du getreues Herz Jesu!
  • Je mehr die Welt sich empört gegen den unfehlbaren Papst, desto mehr werden wir mit kindlichem Glauben auf ihn hören und mit demütiger Hingebung von ihm uns leiten lassen, o Herz Jesu, Du ewige Weisheit!
  • Je mehr die Menschen sich voneinander absondern in Selbstsucht, desto inniger wollen wir als Glieder derselben Familie Gottes einander lieben in Dir, o liebreiches Herz Jesu!
Göttliches Herz Jesu, unseres Gottes, gib uns Deine Gnade, so stark und so mächtig, dass wir als treue Kinder Deiner Kirche Deine Apostel seien inmitten der Welt und Deine Krone in der Ewigkeit. Amen.

Sonntag, Mai 04, 2008

Der Heilige Geist und das heiligste Herz Jesu

"Der Geist des Herrn ist über mir; darum hat er mich gesalbt und gesandt, den Armen die Frohbotschaft zu verkünden." (Lukas 4, 18)

PfingstenP. Arnold Janssen, Stifter des Steyler Missionswerkes, schreibt: "Die Verbindung des göttlichen Heilandes mit der Person des Heiligen Geistes ist nicht gewaltsam, sie wird vielmehr an vielen Stellen der Heiligen Schrift gelehrt und bietet eine der schönsten Seiten unserer heiligen Religion. Jesus ist gebildet vom Heiligen Geiste, gesalbt und erfüllt vom Heiligen Geiste, wirkte seine Wunder, litt und starb in der Kraft des Heiligen Geistes und ist durch ihn zur Gnadenquelle geworden, die Segen spendet den Menschenkindern ohne Unterlass. Das Herz Jesu war schon in seinem Erdenleben wie ein Glutofen, voll des Liebesfeuers und der Gnade des Heiligen Geistes. Im Himmel, zur Rechten des Vaters, spendet Jesus aus demselben Herzen alle Gnaden des Heiligen Geistes. Von dorther ergoss sich am Pfingstfest der erste starke Feuerstrom auf diese Erde. Er hat nicht nachgelassen, sich zu ergießen, solange die Kirche besteht und das heilige Messopfer in ihr dargebracht wird. So ist Tatsache geworden, was der hl. Johanns schreibt: 'Von seiner Fülle haben wir alle empfangen.' - O göttliches Herz Jesu, Du süßer Gnadenquell des Heiligen Geistes, schenke auch uns von dieser Deiner Fülle und lehre uns, mit Dir auch jenen zu lieben, der Dich so unermesslich bereichert hat."

Gebet zum Heiligen Geiste

O Heiliger Geist, der Du die Liebe selber bist und aus Liebe das göttliche Herz Jesu formtest und es mit Deinen sieben Gaben vollkommen erfülltest: gieße aus diesem göttlichen Herzen in unser Herz Deine sieben Gaben, auf dass wir in ihm und mit ihm Dich und das menschgewordene Wort ehren, loben und lieben und mit Dir und Jesu Herz vereint, den Vater um so kindlicher lieben und ehren in der Zeit, auf dass wir gewürdigt werden, seine liebenden Kinder auch zu verbleiben in der Ewigkeit. Amen.
O Heiliger Geist, ich danke Dir für die Liebe zu den Menschen, mit der Du das göttliche Herz Jesu erfüllt hat. Ich möchte des Herz Jesu ebenso lieben und Dich in derselben Liebe, in der Du es formtest.
O Heiliger Geist, gib mir die Gnade, in diesem heiligsten Herzen zu leben, zu wirken und zu sterben, und ich will Dich in diesem Herzen ewig lieben und loben als den Vater der Liebe und Heiligkeit. Amen.

P. Arnold Janssen, der Stifter des Steyler Missionswerkes, war ein ebenso großer Verehrer des heiligsten Herzens Jesu wie auch des Heiligen Geistes. Besonders liebte er die Verbindung von beiden. Anschließend an die entsprechenden Texte der Heiligen Schrift vom Schweben derGeisttaube über dem getauften Heiland und seinem Selbstzeugnis "Der Geist des Herrn ist über mir" schuf sich P. Arnold Janssen sein Heildandsbild, sein Christusbild, sein Herz-Jesu-Bild: Der Heilige Geist schwebt über dem Heiland mit seinem geöffneten Herzen. Dies sein Lieblingsbild ließ er nach seinen eigenen Angaben gestalten. Er wählte es als charakteristische Darstellung auf der amtlichen Medaille seiner Ordensstiftungen. Er ließ es in Ausführungen aus verschiedenstem Material und Ausmaß herstellen und war eifrig darauf bedacht, dass es überall angebracht würde. Er sorgte auch dafür, dass es durch seine Druckerei in die weiteste Öffentlichkeit verbreitet wurde.

Imprimatur - Steyl, die 10 m. Julii 1958. P. P. Erdmann, a.h.d. - Steyler Verlagsbuchhandlung Kaldenkirchen, Rhld.

Mittwoch, April 30, 2008

Du wenigstens, liebe Mich!

Sacré CoeurHeiligstes Herz Jesu, ich glaube an Deine Liebe zu mir! (300 Tage Ablass jedesmal)

Heiligstes Herz Jesu, unseres Königs, ich liebe Dich mit Deiner Liebe für mich und für die ganze Welt! (100 Tage Ablass jedesmal)



Gebet der begnadeten Seele

Dreieiniger Gott, ich glaube, dass Du in mir wohnst, Vater - Sohn und Heiliger Geist. Ich bete Dich an; erbarme Dich meiner. Belebe in mir diesen Glauben!

Dreieiniger Gott, der Du in mir wohnst! Auf Dich hoffe und vertraue ich: Du werdest mir alle Sünden verzeihen, mir Licht und Kraft zu einem heiligen Leben verleihen: Du bist ja unendlich gütig und getreu! Stärke in mir diese Hoffnung!

Dreieiniger Gott, der Du in mir wohnst! Dich liebe ich über alles, weil Du mich von Ewigkeit her geliebt hast, - weil Du die unendliche Liebe selber bist! O Lass mich nie von Dir getrennt werden! Entflamme in mir diese Liebe zu Dir!

Vertrauensnovoene zum heiligsten Herzen Jesu

O Jesus, Deinem Herzen vertraue ich an... (diese Seele, dieses Anliegen, dieses Leid, diese Angelegenheit).

Blicke darauf und dann tue, was Dein Herz Dir eingibt!... Lasse Dein Herz walten!

O Jesus, ich rechne auf Dich, ich vertraue mich Dir an, ich überlasse mich Dir, ich bin Deiner sicher.

(300 Tage Ablass jeden Tag der Novene. Am Schlusse vollkommener Ablass unter den gewöhnlichen Bedingungen.)

Heiligstes Herz Jesu, ich vertraue auf Dich! (300 Tage Ablass jedesmal)

Nihil obstat: fr. M.-St. Morard O.P., libr. cens.
Imprimatur: Friburgi Helv., die 11.II.1957, L. Waeber, vic. gen.
Kanisiusdruckerei Fryburg

Donnerstag, März 27, 2008

Aufopferung der Verdienste unseres Herrn Jesus Christus

Herz JesuVater! Ich habe Dich verherrlicht auf Erden; ich habe das Werk vollbracht, das Du mir zu verrichten gegeben. - Ich will, dass, wo ich bin, auch die bei mir seien, die Du mir gegeben hast, damit sie meine Herrlichkeit sehen. (Joan. XVII 4, 24)





Himmlischer Vater, ich opfere Dir das Heiligste Herz Jesu auf mit all Seiner Liebe, all Seinen Leiden und allen Seinen Verdiensten:
  • als Dank für alle Gnaden, die ich heute und während meines ganzen Lebens erhalten habe. Ehre sei dem Vater usw.
  • als Sühne für alle Sünden, die ich heute und in meinem ganzen Leben begangen habe. - Ehre sei dem Vater usw.
  • als Läuterung alles Guten, das ich heute und in meinem ganzen Leben schlecht verrichtet habe. - Ehre sie dem Vater usw.
  • als Ersatz für alles Gute, das ich heute und in meinem ganzen Leben vernachlässigt habe. - Ehre sei dem Vater usw.
Himmlischer Vater, durch das unbefleckte Herz Maria opfere ich Dir Jesus, Deinen vielgeliebten Sohn, auf und mich selbst in Ihm, mit Ihm, und durch Ihn nach allen Seinen Meinungen und im Namen aller Geschöpfe.
(300 Tg. Abl. jedesm.; vollk. abl. einm. i. M. Pius XI., 10.VI.1923.)

Mein Jesus, Verzeihung und Barmherzigkeit um der Verdienste Deiner heiligen Wunden willen!
Himmlischer Vater, ich opfere Dir die Wunden unseres Herrn Jesu Christi auf zur Heilung unserer Seelen.

Imprimatur Friburgi, Helv. 31. Mai 1933, L. Ems. V.g. - Herz-Jesu-Sekretariat, Freiburg (Schweiz)

Montag, Juni 04, 2007

Die Ehrenwache vom göttlichen Herzen Jesu

Gegenstand der Ehrenwache

Der wesentliche Gegenstand der Ehrenwache ist derselbe, wie bei all' den verschiedenen Andachten, die sich auf das heiligste Herz Jesu beziehen. Es ist aber nicht im allgemeinen das Herz Jesu, das von der Ehrenwache verehrt wird, sondern sein verwundetes Herz, das Herz nämlich, das einmal sichtbar am Kreuze durch den Lanzenstich verwundet wurde und unaufhörlich in unsichtbarer Weise durch die Vergessenheit, den Undank und die Sünden der Menschen durchbohrt wird. Der besondere Gegenstand der Verehrung unserer Bruderschaft ist somit doppelter Art. Er ist ein sichtbarer: das durch den Stoß der Lanze durchbohrte Herz Jesu, und ein unsichtbarer: das noch jetzt ohne Unterlaß schmerzlich beleidigte und verwundete Herz Jesu.
Die Ehrenwache vernimmt das Wort des Heilandes an die heilige Margareta Maria: "Siehe dieses Herz, welches die Menschen so sehr geliebt hat, daß es alles hingab, ja sich ganz erschöpfte, um ihnen seine Liebe zu bezeigen", und in Vereiniung mit der Heiligen ruft sie der schuldigen, undankbaren Welt zu: "Sehet dieses Herz, das so viel gelitten hat." Der Lanzenstich enthüllt uns das Herz, das in seiner unendlichen Liebe alles, bis auf den letzten Tropfen seines Blutes für uns hingab; aber diese von der Lanze geöffnete Wunde ist nur wieder das rührende Sinnbild der unsichtbaren, nicht weniger grausamen und tiefen Wunde, welche ihm tagtäglich von so vielen schlechten Christen geschlagen wird.
Das heiligste Herz Jesu wird verletzt in seiner Vaterwürde durch die Vergessenheit und den Undank der Menschen. Die Kirche feiert alljährlich in den regelmmäßig wiederkehrenden Festen die Geheimnisse des Lebens und Leidens Jesu Christi; aber nur wenige seiner dankbaren Kinder erinnern sich dabei seiner väterlichen Güte und Erbarmung. Der Heiland weilt mit seinem liebeglühenden Herzen ohne Unterlaß im heiligsten Sakramente; aber so viele seiner ungeratenen Kinder besuchen ihn niemals, beachten seine Gegenwart nicht und gehen gleichgültig an ihm vorüber. Er wollte selbst die Nahrung zum übernatürlichen Leben für alle sein; aber nur wenige sind es, die ihn empfangen.
Es wird verletzt in seiner Königswürde durch den Abfall der Völker, indem sie seine Herrschft nicht anerkennen und ihn von sich stoßen. Es gibt Länder, wo man es nicht wagen darf, das königliche Zeichen der Erlösung, durch welches Christus herrscht und regiert, öffentlich aufzurichten; wo man es errichtet, wird es entfernt, und wo es steht, geht man achtungslos und hochmütig an ihm vorüber. Tausende sind unablässig um vieles besorgt; aber von Jesus wollen sie keine Hilfe, gleich als ob er gar nicht existierte. Für alles können sie sich begeistern; für Jesus haben sie keinen Sinn oder kaum ein dürftiges Zeichen der Ehrfurcht und des Dankes.
Es wird verletzt in seiner Priesterwürde durch die Entweihung seines Opfers und des heil. Sakramentes seiner Liebe. Denken wir an die Vernachlässigung der hl. Messe, an die Unandacht während derselben, an die lauen und unandächtigen Kommunionen, die ihm Ekel verursachen, da wo Eifer und Andacht ihm Freude bereiten sollten, und an den Undank, der fortschreitet bis zum gottesräuberischen Verrat in der unwürdigen Kommunion. Dazu gesellen sich zahllose Unehrerbietigkeiten gegen das Allerheiligste, Entehrungen, Unbilden und Sakrilegien, die an ihm begangen werden. Heiden und Irrgläubige sind Christi Feinde, und von einem Feinde erwartet niemand etwas Gutes. Die katholischen Christen aber sind seine Freunde und Brüder, die er mit besonderer Bevorzugung behandelt hat, und daß er von diesen, die er am meisten liebt, solches erfährt, das verwundet das liebevollste Herz am tiefsten.
Die Ehrenwache will daher die Aufmerksamkeit andächtiger Seelen hinlenken auf die rührende Klage des Erlösers: "Ich habe Tröster gesucht und keine gefunden", und sie sucht sein zweifach verwundetes Herz mit jenen Tröstern zu umgeben, die er bis anhin vergebens suchte.

Fortsetzung: Zweck der Ehrenwache

Samstag, Februar 03, 2007

Unsere Liebe Frau vom Heiligsten Herzen Jesu

Weihegebet

Ich werfe mich dir zu Füßen, o Unsere Liebe Frau vom Heiligsten Herzen Jesu, du Mutter der Barmherzigkeit, du Pforte des Himmels und Ausspenderin aller Gnaden und Gaben Gottes.
Du bist die jungfräuliche Gebieterin, die Schatzmeisterin des Herzens Jesu, die Zuflucht der Sünder, die Trösterin der Betrübten, die Retterin aller; so sei denn auch mir Zuflucht, Trösterin und Retterin. Man nennt dich das Vertrauen der Gerechten, die Hoffnung der Verzweifelnden, die Stärke der Schwachen, den Frieden sturmbewegter Herzen, deshalb wende ich meinen flehenden Blick zu dir, o Unsere Liebe Frau vom Heiligsten Herzen Jesu, und stelle mich für immer unter deinen mütterlichen und mächtigen Schutz. Ich weihe dir heute meinen Geist mit all seinen Gedanken, mein Herz mit all seiner Liebe und seinen Neigungen, kurz, meine ganze Person.
O mildeste Mutter, komme mir zu Hilfe und halte fern von mir die Fallstricke Satans; gib, daß ich hienieden Gott liebe, treu ihm diene, und daß ich so glücklich sei, in seiner heiligen Liebe zu sterben und mit ihm und dir in seiner Glorie ewig zu herrschen. Amen.

Mit kirchlicher Genehmigung.

Donnerstag, Februar 01, 2007

Weiheakt an das Heiligste Herz Jesu

verfaßt von der ehrwürdigen Schwester Maria vom göttlichen Herzen, Ordensfrau vom Guten Hirten in Porto, geborene Gräfin Droste zu Vischering.

Mein liebenswürdigster Jesus, ich opfere mich heute von neuem und ohne Vorbehalt Deinem göttlichen Herzen auf. Ich weihe Dir meinen Leib mit allen seinen Sinnen, meine Seele mit allen ihren Fähigkeiten und mich ganz und gar mit allem, was ich bin und habe. Dir opfere ich alle meine Gedanken, meine Worte und Werke auf, alle meine Leiden und Mühen, alle meine Hoffnungen, Tröstungen und Freuden, ganz besonders aber weihe ich Dir dieses mein armes Herz, damit es nur Dich allein liebe und sich als Opfer in den Flammen Deiner Liebe verzehre. Nimm, o Jesus, mein liebeswürdigster Bräutigam, mein sehnliches Verlangen gnädig auf, Dein göttliches Herz zu trösten und Dir für immer anzugehören. Nimm in solcher Weise Besitz von mir, daß ich von nun an keine andere Freiheit mehr habe, als Dich zu lieben, und kein anderes Leben, als für Dich zu leiden und zu sterben. Auf Dich setze ich mein unbegrenztes Vertrauen und von Deiner unendlichen Barmherzigkeit erhoffe ich die Verzeihung meiner Sünden. In Deine Hände lege ich alle meine Sorgen und namentlich jene um mein ewiges Heil. Ich verspreche Dir, Dich zu lieben und zu ehren bis zum letzten Augenblick meines Lebens und die Verehrung Deines heiligsten Herzens, so viel ich nur immer kann, zu verbreiten. Verfüge über mich, o Jesus, nach Deinem Wohlgefallen; ich verlange keinen anderen Lohn als Deine größere Ehre und Deine heilige Liebe.Verleihe mir die Gnade, daß ich in Deinem göttlichen Herzen meine Wohnung finde, darin will ich alle Tage meines Lebens zubringen. Schlage auch Du in meinem Herzen Deine Wohnung und Deine Ruhestätte auf, damit wir so innerlich vereinigt bleiben, bis ich Dich eines Tages loben, lieben und die ganze Ewigkeit dort oben im Himmel besitzen könne, wo ich für immer die unendlichen Erbarmungen Deines heiligsten Herzens besingen werde.


Seine Heiligkeit Papst Leo XIII. hat unter dem 11. Dezember 1902 allen, die vorstehendes Gebet verichten, einen Ablaß von 300 Tagen bewilligt, der einmal im Tage gewonnen werden kann. Derselbe ist auch den armen Seelen zuwendbar.

Schwester Maria vom göttlichen Herzen

war zu Münster in Westfalen am 8. September 1863 im Erbdrostenhof geboren, trat 1888 in den Orden vom Guten Hirten ein, kam später nach Lissabon und wurde schließlich Oberin des Klosters in Porto, wo sie bis zu ihrem seligen Ende Armut, Leiden und Arbeiten im Übermaß ertrug, dafür aber mit außerordentlichen Gnaden von Gott getröstet wurde. Als eben die Glocken das Herz-Jesu-Fest des Jahres 1899 (8. Juni) einläuteten, das durch die Weihe der Menschheit an das göttliche Herz des Erlösers für immer denkwürdig geworden, ging ihre edle Seele zum himmlischen Bräutigam, für den sie hienieden sich gänzlich zum Opfer dargebracht. Allgemein pries man ihre großen Tugenden, die heroische Geduld und Freudigkeit des Herzens inmitten der größten und peinvollsten Leiden, den glühenden Seeleneifer für die Bekehrung der Sünder und ihre unbegrenzte Liebe zum göttlichen Herzen Jesu. "Die Liebe zu diesem heiligsten Herzen", so sagt sie selbst, "ist ohne Opfergeist nur leere Einbildung". Diese ihre Andacht zum heiligsten Herzen in innigster Verbindung mit dem sakramentalen Geheimnis des Altars war für sie die Zentralsonne ihres reichen geistlichen Lebens. Die Weihe der ganzen Menschheit an das göttliche Herz Jesu im Jahre 1899 durch Leo XIII. geschah auf ihre Anregung - und mit Recht redete man voll Bewunderung von ihr als von einer zweiten seligen Margareta Maria Alacoque, der der Herr die Geheimnisse seines heiligsten Herzens anvertraute - zum Heile vieler Seelen.

Imprimatur. Friburgi Br., 6. Februarii 1907. Friedr. Justus Knecht, ep. Neben, vic. cap. - Abbildung Kunstverlag Beuron.

Mittwoch, Juli 12, 2006

Die Ehrenwache vom göttlichen Herzen Jesu

Entstehung der Ehrenwache

Die Ehrenwache entstand im Kloster der Heimsuchung Mariä zu Bourg (Ain) in Frankreich, am 13. März 1863, dem dritten Fastenfreitage und dem Feste der hl. fünf Wunden und wurde daselbst im folgenden Jahre (9. März 1864) vom Bischof von Belley, Msgr. Langalerie, als Bruderschaft kanonisch errichtet. Im gleichen Jahre (16. Juni) bereicherte Pius IX. dieselbe mit allen der römischen Erzbruderschaft vom göttlichen Herzen Jesu verliehenen Ablässen und fügte am 7. April 1865 noch besondere Ablässe hinzu. Am 26. November 1878 erhob sie Leo XIII. zur Erzbruderschaft für Frankreich und Belgien, und seither wurden vom hl. Stuhl in verschiedenen Ländern - Italien, Holland, Spanien, Nord- und Südamerika, Schweiz, Deutschland und Österreich - Erzbruderschaften der Ehrenwache errichtet.
Schon im Jahre ihres Entstehens (1863) verbreitete sich die Ehrenwache nach England, von da nach Amerika und Afrika und war vor Jahreschluß schon in allen fünf Weltteilen in Tätigkeit. Im Jahre 1866 waren bereits 41 Bruderschaften in veschiedenen Bistümern errichtet. Hervorgegangen aus jenem Orden der Heimsuchung, dem sie sel. Margareta Maria angehörte, und der von Christus berufen war, die Welt für die gnadenreiche Andacht zu seinem anbetungswürdigen Herzen zu gewinnen, hat sich die Ehrenwache in wenigen Jahren dermaßen entwickelt, daß sie jetzt mehrere Millionen Mitglieder zählt. Es gereicht ihr zur besonderen Ehre, daß über 800 Prälaten und an ihrer Spitze Pius IX. und Leo XIII. in ihre Register eingetragen sind. Pius IX. rechnete "den Titel eines Ersten Ehrenwächters des göttlichen Herzens als eine seiner höchsten Ehren", und Leo XIII. sagte zum Bischof von Belley: "Ich bin Ehrenwächter, man schickt mir regelmäßig meine Monatszettel und ich halte täglich meine Wachestunde."
In der Schweiz wurde die Ehrenwache, nachdem sie sich in diesem Lande allenthalben stark verbreitet hatte, in der bischöfichen Siminarkapelle zu Sitten am 25. Januar 1884 zur Erzbruderschaft erhoben, wie dies aus dem vorstehend angeführten Breve Leos XIII. ersichtlich ist.

Fortsetzung:
Gegenstand der Ehrenwache

Aus: Handbuch für die Mitglieder der Erzbruderschaft der Ehrenwache vom göttlichen Herzens Jesu kanonisch errichtet in der Seminarkirche in Sitten. 1909. Druck von Eberle & Rickenbach, Einsiedeln.